Merkmal des Biestes und Rolle der
USA in Bibel-Prophezeiung


Offenbarung 13 beginnt mit einer Beschreibung des Biestes, das aus dem Meer emporstieg. Was wir bezüglich dieses Biestes sofort erkennen können, sind die Körperteile von verschiedenen Tieren: Es „sah aus wie ein Leopard, aber hatte Tatzen wie ein Bär und ein Maul wie ein Löwe. Der Drache gab ihm seine Macht, seinen Thron und große Autorität." Das ist das sogenannte leopardenartige Biest, von dem wir schon wissen, daß es das Papsttum von Rom darstellt. Die 4 Tiere, die als Teil dieses Biestes bestehen, sind dieselben, die der Prophet in einer Vision von Daniel Kapitel 7 sah, und sie stellen im symbolischen Sinn Babylon, Medo-Persien, Griechenland, und Rom dar. Fürwahr, als verbürgte Tatsache,  erbte das päpstliche Rom von jedem dieser heidnischen Reiche einige ihrer grundlegenden, identifizierenden Eigenschaften, die heute noch in diesem modernen System der falschen Religion, der römisch-katholischen Kirche, praktiziert werden. Von Babylon, erbte das Papsttum die heidnische Priesterschaft; von Medo-Persien den Sonnenkult, von Griechenland menschliche Philosophien, und vom Drachen, dem heidnischen Rom, seine Kraft, den Thron und große Macht [heidnisches Rom gab dem Papsttum sogar den Titel des Hohenpriesters  - „Pontifex Maximus", usurpiert von der Cäsaren - sowie Latein, die Sprache des ehemals heidnischen Roms und bis heute sogar die offizielle Sprache des päpstlichen Systems und seiner Macht]. Es ist also richtig und angemessen dargestellt als „ein Biest, das aus dem Meer emporsteigt [oder von bewohnten Gebieten kommt (siehe Offb.17:15)]", das sich Teile oder Eigenschaften von anderen Tieren oder Königreichen entliehen hat (siehe Daniel 7:23). Da es als erstes von zwei Biestern in diesem Kapitel genannt ist, wird das römische Papsttum als erstes Biest von Offenbarung  Kapitel 13 hingestellt.

Aber, sagt der Prophet: ‚Ich sah eine anderes Biest aus der Erde aufsteigen, das zwei Hörner hatte wie ein Lamm hatte.' (Offb.13:11). Sowohl das Aussehen dieses Biestes als auch die Art und Weise seines Emporkommens zeigen an, daß die versinnbildete Nation verschieden ist von den Völkern, die durch die vorhergegangenen Sinnbilder dargestellt wurden. Die großen Weltreiche, welche die Welt regiert haben, wurden dem Propheten Daniel als Raubtiere vorgeführt, die sich erhoben, als ‚die vier Winde des Himmels das große Meer aufwühlten.' (Dan.7:2). In Offenbarung 17 erklärte ein Engel, daß das Wasser ‚Völker und Scharen und Nationen und Sprachen' darstellt. (Offb.17:15). Winde sind das Sinnbild des Krieges. Die vier Winde des Himmels, die auf das große Meer stürmen, versinnbilden die schrecklichen Vorgänge von Eroberungen und Umwälzungen, wodurch Reiche zur Macht gelangten.

Aber das Biest mit den lammähnlichen Hörnern sah der Prophet ‚aus der Erde aufsteigen.' Anstatt andere Mächte zu stürzen, um sich selbst zu etablieren, würde die so dargestellte Nation in bisher unbewohntem Gebiet auftreten, und allmählich und friedlich emporkommen. Sie konnte demnach nicht unter den sich drängenden und miteinander ringenden Völkern der Alten Welt aufsteigen - jenem unruhigen Meer der ‚Völker und Scharen und Nationen und Sprachen' - sie muß deshalb im westlichen Erdteil lokalisiert werden.

Welches Volk der Neuen Welt fing gerade im Jahre 1798 an [Ende der Prophezeiung der 1260 Tage] sich zu entwickeln, mit der Erwartung stark und groß zu werden und die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu ziehen? Die Anwendung dieses Sinnbildes bedarf keiner Erörterung. Nur eine Nation entspricht den Angaben der Weissagung; sie verweist unverkennbar auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Wieder und wieder ist der Gedanke, ja manchmal beinahe der genaue Wortlaut des Propheten unbewußterweise von Rednern und Geschichtsschreibern angewendet worden, wenn sie das Emporkommen und Wachstum dieser Nation beschrieben. Das Biest sah man ‚aus der Erde aufsteigen'; und nach einigen Übersetzungen gibt das hier mit ‚aufsteigen' übersetzte Wort den Sinn von ‚aufsprießen oder aufwachsen wie eine Pflanze.' Wie wir gesehen haben, muß das Volk in bisher unbewohntem Gebiet aufkommen. Ein hervorragender Schriftsteller, der das Aufkommen der Vereinigten Staaten schildert, spricht von ‚dem Geheimnis ihres Emporkommens aus der Leere' (Townsend, Die Neue Welt mit der Alten verglichen, S. 462) und sagt: ‚Wie ein stiller Same wuchsen wir zu einem Reich heran.' Eine europäische Zeitung sprach im Jahre 1850 von den Vereinigten Staaten als einem wunderbaren Reich, welches ‚hervorbrach und unter dem Schweigen der Erde täglich seine Macht und seinen Stolz ausweitete.' (The Dublin Nation).

‚Und hatte zwei Hörner gleichwie ein Lamm.' Die lammähnlichen Hörner kennzeichnen Jugend, Unschuld und Milde und stellen den Charakter der Vereinigten Staaten passend dar, wie der Prophet sie ‚aufsteigen' sah, nämlich im Jahre 1798. Unter den verbannten Christen, welche zuerst nach Amerika flohen und eine Zufluchtsstätte vor der königlichen Unterdrückung und der priesterlichen Unduldsamkeit suchten, waren viele entschlossen, eine Regierung auf der breiten Grundlage bürgerlicher und religiöser Freiheit zu errichten. Ihre Ansichten drückten sie in der Unabhängigkeitserklärung aus, welche die große Wahrheit aufstellte, daß ‚alle Menschen gleich geboren und mit den unveräußerlichen Rechten des Lebens, der Freiheit und des Strebens nach Glück begabt seien.' Die Verfassung sicherte dem Volk das Recht der Selbstverwaltung zu, indem die durch allgemeines Stimmrecht erwählten Vertreter, Gesetze verfassen und zur Geltung bringen sollten. Glaubensfreiheit wurde gleichfalls gewährt und jedem gestattet, Gott nach seinem eigenen Gewissen anzubeten. Republikanismus und Protestantismus wurden die ersten Grundsätze der Nation. Diese Grundsätze sind das Geheimnis ihrer Macht und ihres Gedeihens. Die Unterdrückten und in den Staub getretenen der ganzen Christenheit haben sich mit Vorliebe und Erwartungen diesem Land zugewandt. Millionen haben seine Gestade aufgesucht, und die Vereinigten Staaten haben einen Platz unter den mächtigsten Nationen der Welt erlangt.

Aber das Biest, das Hörner wie ein Lamm hatte, ‚redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Biestes vor seinen Augen aus und bringt die Erde und die auf ihr wohnen dazu, das erste Biest anzubeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war... und sagt denen, die auf der Erde wohnen, daß sie dem Biest, was die Wunde von dem Schwert hatte und am Leben geblieben war, ein Bildnis machen sollen.' (Offb.13:11-14).

Die lammähnlichen Hörner und die Drachenstimme des Sinnbilds weisen auf einen grellen Widerspruch zwischen dem Bekenntnis und der Handlungsweise der so dargestellten Nation hin. Das ‚Reden' eines Volkes sind die Beschlüsse ihrer gesetzgebenden und richterlichen Behörden. Mit Maßnahmen und Gesetzen wird sie (die Nation) die freien und friedlichen Grundsätze, welche sie als Grundlage ihrer Regierungspolitik aufgestellt hat, verleugnen. Die Prophezeiung, daß sie ‚wie ein Drache' reden und ‚alle Macht des ersten Biestes vor ihm' ausüben wird, sagt ganz klar eine Entwicklung des Geistes der Unduldsamkeit und der Verfolgung voraus, welche von den Mächten bekundet wurden, die durch den Drachen und das Biest gleichwie ein Panther dargestellt sind. Und die Aussage, daß das Biest mit den zwei Hörnern ‚die Erde und die auf ihr wohnen dazu bringt das erste Biest anzubeten,' deutet darauf hin, daß diese Nation ihre Macht dazu benutzen wird, Zustimmungen zu erzwingen, wodurch dem Papsttum Huldigung geleistet werden kann.

Solch eine Aktion würde den Grundsätzen dieser Regierung, dem Geist ihrer freien Einrichtungen, den direkten und feierlichen Erklärungen der Unabhängigkeit und der Verfassung zuwider sein. Die Gründer der Nation waren sehr klug und dachten daran sich gegen Anwendung der Staatsgewalt seitens der Kirche mit ihren unvermeidlichen Folgen (d.h. Unduldsamkeit und Verfolgung) zu schützen. Die Verfassung schreibt vor: ‚Kongress soll kein Gesetz zur Einführung einer Religion oder gegen freie Ausübung derselben erlassen'; und daß ‚kein religiöser Test jemals erforderlich sein soll um für irgendeinen öffentlichen Vertrauensposten in den Vereinigten Staaten zu qualifizieren.' Nur durch offenkundiges Überschreiten dieser Schutzmauer der nationalen Freiheit ist es möglich religiöse Beobachtung durch die Regierung zu erzwingen. Aber die Unbeständigkeit solcher Maßnahmen ist nicht größer, als sie im Sinnbild dargestellt ist. Es ist das Biest mit den lammähnlichen Hörnern - dem Bekenntnis nach rein, milde und harmlos - das wie ein Drache spricht.

‚Und sagt denen, die auf Erden wohnen, daß sie dem Biest ein Bildnis machen sollen.' Hier wird uns offenbar eine Regierungsform vorgeführt, in der die gesetzgebende Macht in den Händen des Volkes ruht; eine höchst treffende Bestätigung, daß die Vereinigten Staaten die in der Weissagung angedeutete Nation ist.

Aber was ist das ‚Bildnis des Biestes', und wie soll es gemacht werden? Dem ersten Biest wird von dem zweihörnigen Biest ein Bildnis gemacht. Es wird auch ein ‚Bildnis des Biestes' genannt. Um daher zu erfahren, was das Bildnis ist, und wie es gemacht werden soll, müssen wir die Merkmale des Biestes selbst, des Papsttums, betrachten.

Als die Kirche im Anfang Schaden erlitten hatte, indem sie von der Einfachheit des Evangeliums abwich und heidnische Gebräuche und Zeremonien annahm, verlor sie den Geist und die Kraft Gottes; und um die Gewissen der Menschen zu beherrschen, suchte sie den Beistand der Staatsgewalt. Die Folge war das Papsttum - eine Kirche, welche die Staatsmacht beherrschte und sie zur Förderung ihrer eigenen Absichten, vornehmlich zur Bestrafung der Ketzerei, anwandte. Für die Vereinigten Staaten ein Bildnis von dem Biest zu machen, muß die religiöse Macht den Staat so beherrschen, daß dieser auch von der Kirche zur Erreichung ihrer eigenen Zwecke gebraucht wird.

Wenn je die Kirche Staatsgewalt erlangte, verwandte sie diese dazu, Abweichungen von ihren Lehren zu bestrafen. Protestantische Kirchen, die den Fußstapfen Roms folgend Verbindungen mit weltlichen Mächten eingingen, haben ein ähnliches Verlangen bekundet, die Gewissensfreiheit zu beschränken. Ein Beispiel hiervon wird uns in den lang fortgesetzten Verfolgungen der Dissenters (Andersgläubigen) der englischen Staatskirche geboten. Während des 16. und 17. Jahrhunderts waren Tausende der nonkonformistischen (andersdenkenden) Predigern gezwungen, ihre Gemeinden zu verlassen; und viele, sowohl Pastoren als auch Gläubige, erlitten Strafe, Gefängnis, Qualen und Martertum.

Es war der Abfall, der die Kirche anfänglich dazu führte, die Hilfe des Staates zu suchen, wodurch dann der Weg für die Entwicklung des Papsttums, des Biestes, ermöglicht wurde. Paulus sagte, ‚daß zuerst der Abfall kommen, und der Mensch der Sünde offenbart werden müsse.' (2.Thess. 2:3). Demnach wird Abtrünnigkeit in der Gemeinde den Weg für das Bildnis des Biestes vorbereiten.

Die Bibel erklärt, daß vor der Rückkehr des Herrn ein Zustand von religiösem Verfall, so ähnlich wie in den ersten Jahrhunderten, eintreten werde. ‚In den letzten Tagen werden schlimme Zeiten eintreten; denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, Verächter aller gutmütigen Menschen, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; so lieben sie das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein der Gottesfurcht, deren Kraft sie aber verleugnen.' (2.Tim.3:1-5). ‚Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren von Dämonen zuwenden werden.' (1.Tim.4:1). Satan wird mit allerlei lüghaften Kräften und Zeichen und Wundern wirken und mit jeglichem Betrug der Ungerechtigkeit.' Und alle, welche ‚die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, daß sie gerettet würden,' werden sich ‚starken Illusionen' hingeben, ‚daß sie einer Lüge Glauben schenken werden.' (2.Thess. 2:9-11). Wenn dieser Zustand der Gottlosigkeit erreicht ist, dann wird auch dasselbe Resultat folgen, wie es in den ersten Jahrhunderten geschah.

Die in den protestantischen Kirchen herrschende große Glaubensverschiedenheit wird von vielen als ein entschiedener Beweis angesehen, daß kein Versuch, eine erzwungene Gleichförmigkeit zu erzielen, je gemacht werden kann. Und doch besteht in den protestantischen Kirchen schon jahrelang ein starkes und wachsendes Bestreben zugunsten einer auf gemeinschaftlichen Lehrpunkten beruhenden Vereinigung. Um das zu erlangen, müßte die Erörterung aller Gegenstände, worüber nicht alle einig sind - wie wichtig sie auch von einem biblischen Standpunkt aus sein mögen - notwendigerweise vermieden werden.

Charles Beecher, ein hervorragender amerikanischer Redner, erklärte in einer Predigt im Jahre 1846, daß die Geistlichkeit ‚der evangelisch-protestantischen Gemeinschaften nicht nur von Anfang an unter einem gewaltigen Druck rein menschlicher Furcht stehe, sondern auch in einem von der Wurzel aus verderbten Zustand lebe, atme und sich bewege, und sich mit jeder Stunde an jegliches niedere Element ihrer Natur wenden müsse, um die Wahrheit zum Schweigen zu bringen und das Knie vor der Macht des Abfalls zu beugen. Ging es nicht so mit Rom? Machen wir nicht wieder ihr Leben durch? Und was sehen wir gerade vor uns? - Ein anderes allgemeines Konzil! eine Weltkonvention [neue Weltordnung]! eine Evangelische Allianz und ein allgemeines Glaubensbekenntnis [Weltreligion]!' (Predigt über die Bibel als genügendes Glaubensbekenntnis.1846). Wird dies einmal erlangt, dann wird es in der Bemühung vollständige Gleichförmigkeit zu erzielen, nur noch ein Schritt zur Anwendung von Gewalt sein.

Wenn die leitenden Kirchen der Vereinigten Staaten sich in den Punkten der Lehre, die sie gemeinschaftlich halten, vereinigen und [erinnern Sie sich wie Life Magazine erklärte, daß Maria diejenige sein könnte die Kirchen Amerikas zu vereinigen, und daß ihre krönende Erscheinung es verwirklichen könnte] den Staat beeinflussen, ihre Verordnungen zu bekräftigen und ihre Satzungen zu unterstützen, dann wird das protestantische Amerika ein Bildnis von der römischen Priesterherrschaft gemacht haben, und die Verhängung bürgerlicher Strafen über die Andersgläubigen wird die unausbleibliche Folge sein.

Das Biest mit den zwei Hörnern ‚bewirkt, daß allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, und daß niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Biestes oder die Zahl seines Namens.' (Offb.13:16-17). Die Warnung des dritten Engels ist: ‚Wenn jemand das Biest und sein Bild anbetet, und das Malzeichen auf seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, der wird von dem Wein des Zornes Gottes trinken.' Das Biest, das in dieser Botschaft erwähnt ist und dessen Anbetung von dem zweihörnigen Biest erzwungen wird, ist das erste oder pantherähnliche Biest von Offenbarung 13, dem Papsttum. Das ‚Bildnis des Biestes' stellt jene Form des abgefallenen Protestantismus dar, die sich entwickeln wird, wenn die protestantischen Kirchen die Hilfe des Staates suchen um ihre Lehrsätze zu erzwingen. Das ‚Malzeichen des Biestes' bleibt uns dann noch übrig zu erklären.

Nach der Warnung vor der Anbetung des Biestes und seines Bildes kommt die Erklärung der Weissagung: ‚Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.' Da diejenigen, die Gottes Gebote halten, auf diese Weise denen unterschiedlich entgegengestellt werden, welche das Biest und sein Bildnis anbeten und sein Malzeichen annehmen, so folgt, daß die Beachtung des Gesetzes Gottes einerseits und dessen Übertretung andererseits die Anbeter Gottes von den Anbetern des Biestes unterscheiden wird.

Das besondere Merkmal des Biestes und mithin auch seines Bildes ist die Übertretung der Gebote Gottes. Daniel sagt von dem kleinen Horn, dem Papsttum: ‚Er... wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu ändern.' (Dan. 7:25). Und Paulus typisierte diese Macht als „Mensch der Sünde", der sich über Gott erheben würde. Die eine Weissagung ergänzt die andere. Nur durch Veränderung des göttlichen Gesetzes konnte sich das Papsttum über Gott erheben. Wer aber wissentlich das so veränderte Gesetz beachtet, gibt dadurch jener Macht, die es verändert hat, die höchste Ehre. Solch ein Gehorsam zu den päpstlichen Gesetzen würde ein Zeichen des Bündnisses mit dem Papst sein, anstatt mit Gott.

Das Papsttum hat versucht, das Gesetz Gottes zu verändern. Das zweite Gebot, das die Anbetung von Bildnissen verbietet, wurde vom Gesetz ausgemerzt, und das vierte wurde so verändert, daß es die Beobachtung des ersten anstatt des siebten Wochentages als Sabbat autorisiert. Jedoch bestehen die Römlinge darauf, daß das zweite Gebot ausgelassen wurde, weil es in dem ersten enthalten und deshalb überflüssig sei, und daß sie das Gesetz genau so wiedergeben, wie Gott es verstanden haben wollte. Das kann aber nicht die von dem Propheten vorhergesagte Veränderung sein; denn es handelt sich hier von einer absichtlichen, reiflich überlegten Veränderung des Gesetzes: ‚Er... wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu ändern.' Die von dem vierten Gebot vorgenommene Veränderung entspricht der Weissagung recht genau. Als einzige Autorität dafür verweist man auf die Kirche. Hierdurch erhebt sich die päpstliche Macht öffentlich über Gott. [Erinnern Sie sich daran, daß gemäß ‚Papa II,' ‚Der Papst das göttliche Gesetz  ändern kann, weil ja seine Macht ist nicht von Menschen kommt, sondern von Gott.' Ganz klar eine Gotteslästerung!].

Während die Anbeter Gottes sich ganz besonders durch die Beobachtung des vierten Gebotes auszeichnen - da dieses das Zeichen seiner Schöpfungsmacht ist und bekundet, daß Gott ein Recht auf die Ehrfurcht und Anbetung der Menschen hat - so werden sich die Anbeter des Biestes durch ihre Bemühungen kennzeichnen, den Gedächtnistag des Schöpfers abzuschaffen, um die Einrichtung Roms zu erheben.  Es war wegen des Sonntags, daß das Papsttum zuerst seine anmaßenden Ansprüche geltend machte; und als es zum erstenmal den Staat zur Hilfe rief, war es, um die Beobachtung des Sonntags als den „Tag des Herrn" zu erzwingen. Aber die Bibel verweist auf den siebten und nicht auf den ersten Tag der Woche als Tag des Herrn. Christus sagte: ‚So ist des Menschen Sohn Herr auch über den Sabbat.' (Markus 2:28). Das vierte Gebot erklärt: Der siebte Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes.' (2. Mose 20:10). Und der Herr selbst spricht durch den Propheten Jesaja von ihm als von ‚meinem heiligen Tage.' (Jes. 58:13).

Die so oft vorgebrachte Behauptung, daß Christus den Sabbat verändert habe, wird durch seine eigenen Worte widerlegt. In der Bergpredigt sagt er: ‚Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten zu vernichten. Ich bin nicht gekommen, um zu zerstören, sondern um zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz vergehen, bis daß alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.' (Matth. 5:17-19).

Die römisch-katholische Kirche bestätigt, daß der Sabbat von ihr verändert wurde, und erklärt, daß Protestanten durch Beobachtung des Sonntags ihre Macht anerkennen. Im katholischen Katechismus der christlichen Religion findet sich in Antwort auf die Frage, welchen Tag man nach dem vierten Gebot halten solle, diese Aussage: ‚Unter dem alten Gesetz war der Samstag der geheiligte Tag; aber die Kirche, angewiesen durch Jesum Christum und vom Geiste Gottes geleitet, hat Sonntag anstelle des Sabbats eingesetzt; so daß wir nun den ersten, und nicht den siebten Tag heiligen. Sonntag bedeutet und ist jetzt der Tag des Herrn.'

Als Zeichen der päpstlichen Autorität zitieren päpstliche Verfasser: ‚Gerade die Verlegung des Sabbats auf Sonntag, welches die Protestanten zugeben,... erkennen sie mit der Beobachtung des Sonntags die Macht der Kirche an, Feste einzusetzen und ihre Übertretung als Sünde zu rechnen.' (Tuberville, Abriß der christlichen Lehre, S.58). Dies wird aufs deutlichste von der Augsburger Konfession (Art.28) bezeugt, worin erklärt ist, daß von der katholischen Kirche ‚kein Beispiel so hoch hervorgehoben und zitiert wird wie die Verwandlung des Sabbats, und damit ein Beweis, daß die Gewalt der Kirche groß sei, dieweil sie von den zehn Geboten entbunden und etwas daran verändert hat.' Worin ist dann die Veränderung des Sabbats anders als das Malzeichen der Autorität der römischen Kirche - ‚das Malzeichen des Biestes'? [Eine katholische Autorität hat es so formuliert: ‚Natürlich behauptet die katholische Kirche, daß die Änderung ihre Großtat war.... und das Gesetz ein Kennzeichen ihrer kirchlichen Macht und Autorität in religiösen Sachen ist.' (Brief, am 11. November 1895 geschrieben, von Kanzler Kardinal Gibbons in Beantwortung der Anfrage, ob die katholische Kirche behauptet, den Sabbat geändert zu haben)].

Die römische Kirche hat ihre Ansprüche auf Oberherrschaft nicht fahren lassen, und wenn die Welt und die protestantischen Kirchen einen von ihr geschaffenen Sabbat annehmen und den biblischen Sabbat verwerfen, so stimmen sie in Wirklichkeit dieser Anmaßung zu. Sie mögen sich wohl auf die Autorität der Kirchenväter oder auf Überlieferungen für die Veränderung berufen; doch indem sie das tun, verleugnen sie gerade den Grundsatz, der sie von Rom trennt - daß die Bibel und zwar die Bibel allein die Religion der Protestanten ist. Die Anhänger Roms können sehen, daß sie nur sich selbst betrügen und absichtlich ihre Augen den vorherrschenden Tatsachen verschließen. Wenn die Bewegung den Sonntag zu erzwingen Anklang findet, freuen sie sich in der Gewißheit, daß mit der Zeit sich die ganze protestantische Welt unter dem Banner von Rom einfinden werde.

Die Romanisten behaupten: ‚Die Beobachtung des Sonntags seitens der Protestanten ist eine Huldigung, welche sie, sich selbst zum Trotz, der Macht der [katholischen] Kirche zollen.' (Plain Talk about Protestantism, S.213). Die erzwungene Sonntagsfeier seitens der protestantischen Kirchen ist eine Erzwingung der Anbetung des Papsttums - des Biestes. Wer die Ansprüche des vierten Gebots versteht und dennoch die Beobachtung des falschen anstatt des wahren Sabbats wählt, huldigt dadurch jene Macht, durch welche allein dieses Gesetz befohlen ist. Aber gerade mit der Maßnahme, eine religiöse Pflicht durch den Staat zu erzwingen, machen die Kirchen selbst dem Biest ein Bildnis; und demnach ist die Durchführung der Sonntagsfeier ein Erzwingen der Anbetung des Biestes und seines Bildes.

Aber Christen vergangener Zeiten beobachteten den Sonntag in der Meinung, daß sie dadurch den Sabbat der Bibel feierten; und es gibt heute noch wahre Christen in jeder Kirche, die römisch katholische Kirche nicht ausgenommen, welche aufrichtig glauben, der Sonntag sei der von Gott verordnete Sabbattag. Gott akzeptiert ihre aufrichtige Absicht und ihre Redlichkeit. Aber wenn die Sonntagsfeier durch Gesetze eingeführt wird, und die Welt über die Verpflichtungen bezüglich des wahren Sabbats aufgeklärt wird, dann werden alle, die Gottes Gebot übertreten, um einer Verordnung nachzukommen, die keine höhere Autorität als die von Rom hat, dadurch das Papsttum mehr ehren als Gott. Sie zollen Rom und der Macht, die eine von Rom eingeführte Einrichtung erzwingt, ihre Huldigung; sie beten das Biest und sein Bildnis an. Wenn Menschen die Einrichtung, von der Gott gesagt hat, sie sei das Zeichen seiner Autorität, verwerfen und statt dessen das ehren, was Rom als Merkmal seiner Oberherrschaft erwählt hat, nehmen sie dadurch das Zeichen des Bündnisses mit Rom, das Malzeichen des Biestes, an. Erst wenn die Entscheidung auf diese Weise deutlich den Menschen entgegentritt, wenn sie zwischen den Geboten Gottes und denen von Menschen wählen müssen, werden diejenigen, die in ihrer Übertretung beharren, ‚das Malzeichen des Biestes' empfangen.

Die allerschrecklichste Drohung, die je den Sterblichen gemacht wurde, findet sich in der dritten Engelsbotschaft. Es muß eine fürchterliche Sünde sein, die den Zorn Gottes ohne jegliche Gnade auf die Häupter der Schuldigen herabbringt. Die Menschen sollen über diese höchst wichtige Sache nicht im dunkeln gelassen werden; die Warnung vor dieser Sünde muß zur Welt hinausgehen, ehe Gottes Gericht sie heimsuchen wird, damit alle wissen können, warum das alles passiert und Gelegenheit haben der Strafe zu entrinnen. Die Weissagung erklärt, daß der erste Engel seine Verkündigung an ‚allen Nationen, Stämmen, Sprachen und Völkern' richtet. Die Warnung des dritten Engels, die ein Teil derselben dreifachen Botschaft ist, soll keine geringere Verbreitung haben. Gemäß der Weissagung wird sie von einem Engel, der mitten durch den Himmel fliegt, mit lauter Stimme verkündigt, und die Aufmerksamkeit der ganzen Welt erheischen.

Mit dem Ausgang des Kampfes wird die gesamte Christenheit in zwei Klassen geteilt - diejenigen, die sich an die Gebote Gottes und den Glauben Jesu halten, und diejenigen, welche das Biest und sein Bildnis anbeten und sein Malzeichen annehmen. Wenngleich Kirche und Staat ihre Macht vereinigen werden, um „die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte" zu zwingen, das Malzeichen des Biestes anzunehmen (Offb. 13:16), so wird doch das Volk Gottes es nicht entgegennehmen. Der Prophet sah schon auf Patmos, „die den Sieg über das Biest, seinem Bildnis, seinem Malzeichen und über die Zahl seines Namens erhalten hatten, die an dem gläsernen Meer standen und Gottes Harfen hatten und das Lied von Moses und des Lammes sangen.' (Offb.15:2-3)." (Der große kosmische Konflikt, vom Kapitel „Gottes Gesetz ist unveränderlich").
 

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