Die Erwählung der Zwölf
Kapitel  30


Gemäß Markus 3,13-19; Lukas 6,12-16.

„Und er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm. Und er ordnete zwölf, daß sie bei ihm sein sollten und daß er sie aussendete, zu predigen." Markus 3:13,14.

Es war unter den schützenden Bäumen am Bergabhang, in nur geringer Entfernung vom Galiläischen Meer, da die Zwölf zum Apostelamt berufen wurden. Hier hielt Jesus auch die Bergpredigt. Die Felder und Hügel waren seine Lieblingsstätten, und seine Lehren wurden viel mehr unter freiem Himmel als im Tempel oder in den Schulen verkündigt. Kein Gotteshaus hätte die Volksmenge fassen können, die ihm folgte. Und doch lehrte er nicht nur aus diesem Grund im Freien, sondern auch, weil eine große Liebe zur Natur in ihm lebte. Jeder ruhige Ort der Andacht war ihm ein heiliger Tempel.

Unter den Bäumen von Eden erwählten sich die ersten Bewohner der Erde ihr Heiligtum. Hier hatte Christus Umgang mit dem Vater der Menschheit. Nachdem unsere ersten Eltern aus dem Paradies verbannt worden waren, beteten sie Gott weiter auf dem Feld und in Hainen an, und dort begegnete ihnen Christus mit seinem Evangelium der Gnade. Es war Christus, der mit Abraham unter den Eichen von Mamre sprach; mit Isaak, als dieser abends aufs Feld hinausging zum Gebet; mit Jakob auf den Höhen bei Bethel; mit Mose inmitten der Berge von Midian und mit dem jungen David, als dieser seine Schafe hütete. Fünfzehnhundert Jahre lang verließen die Hebräer auf Christi Anweisung hin jedes Jahr eine Woche lang ihre Heime und machten sich Hütten aus grünen Zweigen von schönen Bäumen, Palmwedeln und Zweigen von Laubbäumen und Bachweiden. 3.Mose 23:40.

Bei der Erziehung seiner Jünger zog sich Jesus gern aus der lauten Stadt in die Ruhe der Felder und Höhen zurück. Das entsprach der Lektion der Selbstverleugnung, die er seinen Jüngern lehren wollte. Während seines Dienstes pflegte er die Menschen unter dem blauen Himmel, an grasreichen Hängen oder an der Küste des Sees um sich zu sammeln. Hier konnte er, umgeben von den Werken seiner eigenen Schöpfung, die Gedanken seiner Hörer vom Künstlichen auf das Natürliche wenden. Im Wachstum und in der Entfaltung der Natur offenbarten sich die Grundsätze seines Reiches. Wenn die Menschen zu den Höhen Gottes aufsahen und die Wunderwerke seiner Hand wahrnahmen, dann konnten sie wertvolle Lehren der göttlichen Wahrheit lernen. Was Christus ihnen sagte, würden sie in den Dingen der Natur wiederfinden. So geht es allen, die mit Christus im Herzen Feld und Wald durchstreifen. Sie werden sich von einer heiligen Macht umgeben fühlen. Die Natur veranschaulicht die Gleichnisse unseres Herrn und wiederholt seine Ratschläge. Durch die Gemeinschaft mit Gott in der Natur wird der Geist erhoben, und das Herz findet Ruhe.

Sein erster Schritt galt nun dem Bau einer Gemeinde, die ihn nach seinem Scheiden auf dieser Erde vertreten sollte. Kein prächtiger Tempel stand ihnen zur Verfügung; doch der Heiland führte seine Jünger nach dem stillen Ort, den er liebte. Hier verbanden sich in ihrem Gemüt für immer die heiligen Erfahrungen jenes bedeutsamen Tages mit dem gewaltigen Eindruck der Schönheit von Berg und Tal und See.

Jesus berief seine Jünger, um sie als seine Zeugen auszusenden, damit sie der Welt verkündigten, was sie von ihm gesehen und gehört hatten. Ihr Dienst war der wichtigste, zu dem menschliche Wesen je berufen wurden, und stand dem Dienst Christi am nächsten. Sie sollten für die Errettung der Welt mit Gott wirken. Wie im Alten Testament die zwölf Patriarchen als Vertreter Israels galten, so sollten die zwölf Apostel die Evangeliumsgemeinde vertreten.

Der Heiland kannte den Charakter der von ihm erwählten Männer; ihre Fehler und Schwächen lagen offen vor ihm. Er kannte die Gefahren, durch die sie hindurchgehen, die Verantwortungen, die auf ihnen ruhen würden, und er fühlte sich zu diesen Auserwählten hingezogen. Allein auf dem Berge, nahe dem See Genezareth, verbrachte er die ganze Nacht im Gebet für sie, während sie am Fuß des Berges schliefen. Mit dem Heraufdämmern des Morgens rief er sie zu sich, um ihnen eine wichtige Botschaft zu übermitteln.

Diese Jünger hatten Jesus bereits eine Zeitlang in seinem Wirken geholfen. Johannes und Jakobus, Andreas und Petrus mit Philippus, Nathanael und Matthäus waren enger mit ihm verbunden gewesen als die andern und hatten auch mehr von seinen Wundern gesehen. Petrus, Jakobus und Johannes waren ihm besonders eng verbunden; sie waren fast immer mit ihm zusammen, sahen seine Wunder und hörten seine Worte. Johannes war noch inniger dem Herrn zugetan. Er wurde als der bezeichnet, den Jesus liebhatte. Der Heiland liebte sie alle; aber Johannes besaß das empfänglichste Gemüt, war der jüngste von ihnen und öffnete Jesus sein Herz in kindlichem Vertrauen. Dadurch wurde die Verbindung mit Christus enger und inniger, und er konnte die tiefsten geistlichen Lehren des Heilandes seinem Volk mitteilen.

Als Haupt einer der Gruppen, die sich unter den Aposteln herausgebildet hatten, steht der Name des Philippus. Er war der erste Jünger, zu dem Jesus ausdrücklich sagte: „Folge mir!" Philippus stammte aus Bethsaida, der Stadt des Andreas und Petrus. Er hatte der Lehre des Täufers gelauscht und dessen Ankündigung Christi als des Lammes Gottes vernommen. Philippus suchte aufrichtig nach der Wahrheit, aber es fiel ihm schwer, zu glauben. Obwohl er sich Christus angeschlossen hatte, beweist die Art, wie er Nathanael von ihm erzählte, daß er von der Göttlichkeit Jesu noch nicht völlig überzeugt war. Die Stimme vom Himmel hatte Christus als Sohn Gottes verkündigt. Dennoch war er für Philippus noch „Jesus, Josephs Sohn von Nazareth". Johannes 1:45. Sein Mangel an Glauben zeigte sich auch bei der Speisung der Fünftausend. Jesus wollte ihn prüfen mit der Frage: „Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?" Johannes 6:5. Die Antwort des Philippus bekundete seinen Kleinglauben: „Für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme." Johannes 6:7. Jesus war bekümmert. Obwohl Philippus seine Werke gesehen und seine Kraft verspürt hatte, mangelte es ihm an Glauben. Als die Griechen Philippus nach Jesus fragten, ergriff er nicht die Gelegenheit, sie mit dem Heiland bekannt zu machen, sondern ging zu Andreas. Auch die Worte des Philippus in den letzten Stunden vor der Kreuzigung waren geeignet, den Glauben zu entmutigen. Thomas sprach zu Jesus: „Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; und wie können wir den Weg wissen?" Der Herr antwortete: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben ... Wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater." Philippus erwiderte zweifelnd: „Herr, zeige uns den Vater, so ist's uns genug." Johannes 14:5-8. So schwerfällig und schwach im Glauben war der Jünger, der schon drei Jahre mit Jesus wandelte.

In hellem Gegensatz zum Unglauben des Philippus steht das kindliche Vertrauen des Nathanael. Er hatte ein von tiefem Ernst geprägtes Wesen, und sein Glaube hielt sich an die unsichtbare Wirklichkeit. Doch Philippus war ein Schüler in der Schule Christi, und der göttliche Lehrer hatte Geduld mit seinem Unglauben und seiner Trägheit. Nachdem aber der Heilige Geist auf die Jünger ausgegossen worden war, wurde Philippus ein Lehrer nach der göttlichen Weisung. Nun wußte er, wovon er sprach, und er lehrte mit einer Gewißheit, die seine Hörer überzeugte.

Während Jesus die Jünger auf ihren Dienst vorbereitete, drängte sich einer unter sie, der nicht dazu berufen worden war. Es war Judas Ischariot, ein angeblicher Nachfolger Christi. Er trat nun vor und bat um einen Platz in dem engeren Jüngerkreis. Mit großem Ernst und scheinbarer Aufrichtigkeit erklärte er: „Meister, ich will dir folgen, wo du hingehst." Matthäus 8:19. Jesus wies ihn weder zurück, noch hieß er ihn willkommen, er sagte nur die ernsten Worte: „Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlege." Matthäus 8:20. Judas glaubte, daß Jesus der Messias sei, und indem er sich den Jüngern anschloß, hoffte er sich einen hohen Rang in dem neuen Reich zu sichern. Dieser Hoffnung wollte Jesus durch die Erklärung seiner Armut den Boden entziehen.

Nach dem Wunsch der Jünger sollte Judas einer der ihren werden. Er war eine achtunggebietende Erscheinung, besaß dazu ein klares Urteilsvermögen und einen praktischen Sinn. Sie empfahlen ihn darum dem Herrn als einen Mann, der ihm bei seiner Aufgabe sehr behilflich sein werde; und sie wunderten sich, ihn von Jesus so kühl empfangen zu sehen.

Sie waren sehr enttäuscht, daß Jesus nicht versuchte, die Mitarbeit der führenden Männer Israels zu gewinnen. Sie glaubten, er beginge einen Fehler, daß er sein Werk nicht durch die Unterstützung dieser einflußreichen Männer bekräftigte. Hätte er Judas zurückgewiesen, so würden sie in ihrem Innern die Weisheit Jesu in Zweifel gezogen haben. Die spätere Geschichte des Judas sollte ihnen die Gefahr zeigen, irgendwelche weltlichen Rücksichten zu erwägen, wenn es darauf ankommt, geeignete Männer für das Werk Gottes zu bestimmen. Die Mitwirkung solcher Leute, wie sie die Jünger gern gesehen hätten, würde das Werk Gottes in die Hände seiner ärgsten Feinde gebracht haben.

Dennoch war Judas, als er sich den Jüngern anschloß, nicht empfindungslos gegenüber dem göttlichen Charakter des Heilandes. Er fühlte den Einfluß jener Macht, welche die Seelen zu Christus zog. Der Heiland, der nicht gekommen war, das zerstoßene Schilfrohr zu zerbrechen und den glimmenden Docht auszulöschen, wollte auch diese Seele nicht zurückweisen, solange noch ein Verlangen nach Licht in ihr vorhanden war. Jesus kannte das Herz des Judas; er kannte die Tiefen der Bosheit, in denen dieser versinken mußte, wenn er sich nicht durch die Gnade Gottes befreien ließ. Mit der Aufnahme in Jesu Jüngerkreis bekam Judas Gelegenheit, durch das tägliche Zusammensein mit dem Heiland dessen uneigennützige Liebe kennenzulernen. Öffnete er Jesus sein Herz, dann würde die göttliche Gnade den Dämon der Selbstsucht daraus verbannen, und Judas könnte ein Bürger im Reiche Gottes werden.

Gott nimmt die Menschen mit ihren menschlichen Charaktereigenschaften und erzieht sie zu seinem Dienst, wenn sie sich bessern lassen und von ihm lernen. Sie werden nicht berufen, weil sie vollkommen sind, sondern trotz ihrer Unvollkommenheit werden sie erwählt, damit sie durch die Erkenntnis und Ausübung der Wahrheit aus göttlicher Gnade in das Ebenbild ihres Meisters umgewandelt werden.

Judas hatte die gleichen Möglichkeiten wie die anderen Jünger auch. Er empfing dieselben köstlichen Lehren wie sie; aber der Wandel in der Wahrheit, wie ihn Christus verlangte, widersprach seinen eigenen Wünschen und Absichten. Er wollte seine menschliche Meinung nicht aufgeben, um himmlische Weisheit zu empfangen.

Wie nachsichtig behandelte Jesus den, der doch sein Verräter sein würde! Er verweilte in seinen Lehren besonders bei den Grundsätzen der Wohltätigkeit und traf damit die Wurzel des Geizes. Er zeigte Judas das Häßliche der Habsucht, und oft erkannte Judas seinen eigenen Charakter und seine Sündhaftigkeit in der Schilderung Jesu. Er konnte sich aber nicht dazu überwinden, seine Ungerechtigkeit zu bekennen und aufzugeben, sondern setzte selbstherrlich seine betrügerischen Handlungen fort, statt der Versuchung zu widerstehen. Christus war ihm ein lebendiges Vorbild, wie er werden mußte, wenn er den rechten Nutzen aus der göttlichen Vermittlung und dem göttlichen Dienen zöge; aber Lehre auf Lehre ließ er unbeachtet.

Jesus gab ihm keinen scharfen Verweis wegen seines Geizes, sondern trug diesen Sünder mit göttlicher Geduld. Er gab Judas aber Beweise, daß er in seinem Herzen lesen konnte wie in einem aufgeschlagenen Buch. Er gab ihm den höchsten Ansporn zum rechten Handeln, und Judas würde keine Entschuldigung haben, verwürfe er das himmlische Licht.

Statt im Licht zu wandeln, zog Judas es vor, seine Fehler zu behalten. Er nährte böse Wünsche, rachsüchtige Leidenschaften und finstere, trotzige Gedanken, bis Satan volle Gewalt über ihn hatte. So wurde Judas ein Vertreter des Feindes Christi.

Als er mit Jesus in Verbindung trat, besaß er manche guten Charakterzüge, die der Gemeinde hätten zum Segen werden können. Wäre er willig gewesen, das Joch Christi zu tragen, so hätte er einer der ersten Apostel sein können; aber er verhärtete sein Herz, wenn ihm seine Fehler gezeigt wurden, nährte stolz und widerspenstig seinen selbstsüchtigen Ehrgeiz und machte sich dadurch selbst unfähig für die Aufgabe, die Gott ihm gegeben haben würde.

Alle Jünger hatten ernste Fehler, als Jesus sie in seinen Dienst rief. Selbst Johannes, der mit dem Sanftmütigen und Demütigen in engste Verbindung kam, war von Natur nicht sanft und hingebend, sondern man nannte seinen Bruder und ihn „Donnerskinder". Markus 3:17. Jede Geringschätzung, die dem Herrn erwiesen wurde, erregte die Entrüstung und Kampfeslust dieser Jünger; Heftigkeit, der Geist der Rache und der Kritik waren Eigenschaften des geliebten Jüngers; er war stolz und wäre gern der Erste im Reiche Gottes gewesen. Aber Tag für Tag nahm er — im Gegensatz zu seiner eigenen Reizbarkeit — die liebevolle Langmut Jesu wahr und hörte die Lehren der Demut und Geduld. Er öffnete sein Herz dem göttlichen Einfluß und wurde nicht nur ein Hörer, sondern auch ein Täter der Worte des Heilandes. Sein eigenes Ich wurde in Christus verborgen; er lernte, das Joch Christi auf sich zu nehmen und seine Last zu tragen.

Jesus tadelte seine Jünger, er ermahnte und warnte sie; aber Johannes und seine Brüder verließen ihn nicht. Sie wählten ihn trotz seiner Verweise, und der Heiland zog sich auch nicht wegen ihrer Schwächen und Mängel von ihnen zurück. Sie teilten bis zum Ende seine Schwierigkeiten mit ihm, nahmen sich seinen Wandel zum Vorbild und ließen ihren Charakter und ihre Eigenheiten durch seinen Einfluß umwandeln.

Die Apostel waren ihren Gewohnheiten und ihrer Veranlagung nach sehr verschieden. Unter ihnen befanden sich der Zöllner Levi-Matthäus und der Feuerkopf Simon, der unnachgiebige Feind der römischen Macht; der kühne, von jedem Ereignis bewegte Petrus und der niedrig gesinnte Judas; ferner der treuherzige, aber zaghafte und furchtsame Thomas, Philippus mit seinem trägen Herzen und seinem zweiflerischen Verstand und die ehrgeizigen, freimütigen Söhne des Zebedäus mit ihren Gefährten. Diese alle mit ihren verschiedenen Fehlern, mit angeborenen und angewöhnten Neigungen zum Bösen wurden zusammengebracht, um in Christus und durch ihn in der Familie Gottes zu wohnen und zu lernen, eins im Glauben, in der Lehre und im Geist zu werden. Sie würden Prüfungen, Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zu begegnen haben; aber wenn Christus in ihren Herzen wohnte, konnte keine Uneinigkeit unter ihnen sein. Seine Liebe würde sie dahin bringen, einander zu lieben; die Lehre Jesu würde alle Verschiedenheiten in Einklang bringen und die Jünger so eng verbinden, bis sie gleichen Sinnes und gleichen Urteils wären. Christus ist der große Mittelpunkt, und sie würden sich einander nähern in dem gleichen Verhältnis, wie sie sich dem Mittelpunkt näherten.

Nachdem Jesus die Unterweisung der Jünger beendet hatte, sammelte er die kleine Schar um sich, kniete mitten unter ihnen nieder, legte seine Hände auf ihre Häupter und weihte sie mit einem Gebet zu ihrer heiligen Aufgabe. Auf diese Weise wurden die Jünger des Herrn zum Evangeliumsdienst bestimmt.

Christus erwählt nicht die unschuldigen Engel als seine Stellvertreter auf Erden, sondern bestimmt dazu menschliche Wesen, die die gleichen Eigenschaften haben wie seine erlösungsbedürftigen Geschöpfe. Christus selbst wurde „gleich wie ein anderer Mensch" (Philipper 2:7), damit er die Menschheit erreichen konnte; denn nur das Göttliche im Verein mit dem Menschlichen konnte der Welt Heil bringen. Das Göttliche brauchte das Menschliche als Mittel, um eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf herzustellen. So ist es mit den Dienern und Boten Jesu. Der Mensch bedarf einer Macht, die außer ihm liegt, um in ihm wiederum das Ebenbild Gottes zu erneuern und ihn zu befähigen, Gottes Werk zu tun. Das jedoch läßt das menschliche Werkzeug nicht unwichtig werden. Der Mensch ergreift die göttliche Kraft, Christus wohnt im Herzen des Menschen durch den Glauben, und durch die Verbindung mit dem Göttlichen wird die Kraft des Menschen fähig, Gutes zu tun.

Der die schlichten Fischer von Galiläa erwählte, beruft noch heute die Menschen in seinen Dienst, und er ist noch genauso bereit, seine Macht durch uns zu offenbaren, wie er sie durch die ersten Jünger offenbarte. Wie unvollkommen und sündhaft wir auch sein mögen, der Herr will unser Teilhaber sein; er bietet uns eine Lehrzeit bei ihm an! Er ladet uns ein, uns unter den göttlichen Einfluß zu stellen, damit wir, durch innige Gemeinschaft mit Christus verbunden, die Werke Gottes tun können.

„Wir haben aber solchen Schatz in irdenen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes und nicht von uns." 2.Korinther 4:7. Darum wurde auch die Verkündigung des Evangeliums irrenden Menschen und nicht Engeln übertragen. Es ist offenbar, daß die Kraft, welche durch schwache Menschen wirkt, die Kraft Gottes ist. Dadurch werden wir ermutigt zu glauben, daß die Kraft, welche andern helfen kann, die genauso hilfsbedürftig sind wie wir, auch uns aufhelfen wird. Die selbst umgeben sind mit Schwachheit, sollten mitfühlen können mit denen, „die da unwissend sind und irren". Hebräer 5:2. Wer in Gefahr gewesen ist, kennt die Schwierigkeiten des Weges und kann deshalb denen von Nutzen sein, die sich in gleicher Gefahr befinden. Es gibt Seelen, die vom Zweifel geplagt, mit Gebrechen beladen und schwach im Glauben sind sowie unfähig, den Unsichtbaren zu erfassen; aber ein Freund, den sie sehen können und der zu ihnen kommt an Christi Statt, kann das Bindeglied werden, das ihren schwankenden Glauben an Christus stärkt.

Wir sollen mit den Engeln des Himmels zusammenwirken, um der Welt den Heiland nahezubringen. Mit ungeduldigem Eifer warten die Engel auf unsere Mitarbeit; denn der Mensch muß das Werkzeug sein, durch das die Welt Mitteilungen erhält. Wenn wir uns mit ungeteiltem Herzen Christus ergeben, freuen sich die Engel, daß durch unsern Mund Gottes Liebe verkündigt wird.


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