Auf dem Ölberg - Kapitel  69


Gemäß Matthäus 24; Markus 13; Lukas 21:5-38.

Christi Wort zu den Priestern und Obersten: „Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden" (Matthäus 23:38) hatte ihre Herzen mit großer Furcht erfüllt. Sie stellten sich zwar gleichgültig, doch innerlich beschäftigte sie lebhaft die Frage nach der Bedeutung dieser Worte. Sie fühlten sich wie von einer unsichtbaren Gefahr bedroht. Konnte es sein, daß der herrliche Tempel, der Ruhm des jüdischen Volkes, bald eine Trümmerstätte sein würde? Auch die Jünger waren von einer bösen Ahnung erfüllt, und sie warteten voller Unruhe auf eine genauere Erklärung Jesu. Als sie mit ihm den Tempel verließen, lenkten sie seine Aufmerksamkeit auf dessen Stärke und Schönheit. Die Steine des Tempels waren aus reinstem Marmor, blendend weiß, und manche von ihnen von riesenhaften Ausmaßen. Ein Teil der Mauer hatte sogar der Belagerung durch das Heer Nebukadnezars widerstanden. Das Mauerwerk schien so festgefügt, als wäre es ein einziger massiver Stein, der aus dem Steinbruch herausgebrochen worden war. Wie diese mächtigen Mauern jemals überwunden werden sollten, war den Jüngern unverständlich.

Welche Gedanken müssen den Heiland wohl bewegt haben, als seine Aufmerksamkeit von der Herrlichkeit des Tempels gefesselt war! Gewiß, der Anblick, der sich ihm bot, war in der Tat wunderbar, doch mit tiefer Trauer sagte er: Ich sehe alles. Der Tempel ist wirklich ein herrlicher Bau. Ihr zeigt auf jene unzerstörbar scheinenden Mauern; doch hört auf meine Worte: Es kommt der Tag, da wird hier „nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde". Matthäus 24:2.

Christus hatte zu vielen Zuhörern gesprochen; nun aber, da er allein auf dem Ölberg saß, traten Petrus, Johannes und Jakobus zu ihm mit der Bitte: „Sage uns, wann wird das geschehen? und welches wird das Zeichen sein deines Kommens und des Endes der Welt?" Matthäus 24:3. In seiner Antwort an die Jünger trennte Jesus die Zerstörung Jerusalems nicht von dem großen Tag seines Kommens. Er verband die Schilderung jener beiden Ereignisse. Hätte er die künftigen Dinge so geschildert, wie er sie vor seinem Auge sah, dann wären die Jünger unfähig gewesen, dies alles zu ertragen. In seiner Barmherzigkeit verknüpfte er harmonisch die Schilderung dieser beiden entscheidungsvollen Ereignisse und überließ es den Jüngern, deren Bedeutung herauszufinden. Als er auf die Zerstörung Jerusalems hinwies, bezogen sich seine prophetischen Worte auch auf den letzten Weltenbrand in jenen Tagen, da der Herr sich aufmachen wird, die Welt für ihre Bosheit zu strafen, und die Erde alles Blut, das vergossen, ans Licht bringen und die Erschlagenen nicht mehr decken wird. Diese Erklärungen gab Jesus nicht allein um der Jünger willen, sondern er dachte zugleich an alle jene, die in den letzten Tagen der Menschheitsgeschichte leben würden.

Der Heiland wandte sich an die Jünger und sprach: „Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe! Es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: ich bin's, und werden viele verführen." Markus 13:5,6. Viele falsche Messiasse werden auftreten und den Anspruch erheben, Wunder zu wirken, und erklären, daß die Zeit der Befreiung des jüdischen Volkes gekommen sei. Dies wird viele Menschen irreführen. Christi Worte erfüllten sich. In der Zeit zwischen seinem Tode und der Belagerung Jerusalems erschienen viele falsche Messiasse. Doch die Warnung Jesu gilt auch jenen, die in unseren Tagen leben; denn die gleichen Täuschungen, die vor der Zerstörung Jerusalems geschahen, sind durch alle Zeitalter hindurch geschehen und werden sich ständig wiederholen.

„Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; sehet zu und erschrecket nicht. Denn das muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende." Vor der Zerstörung Jerusalems kämpften ehrgeizige Männer um die höchste Gewalt im Staate. Die Herrscher wurden ermordet, vermeintliche Nachfolger erschlagen. Es war von „Kriegen und Kriegsgeschrei" zu hören. „Das muß so geschehen", sprach Christus, „aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen. Dies alles ist der Anfang der Wehen." Matthäus 24:6-8. Der Herr sagte: Wenn die Rabbiner diese Zeichen sehen, werden sie diese als Gericht Gottes über die Völker erklären, die sein auserwähltes Volk in Knechtschaft gehalten haben. Sie werden behaupten, dies seien die Zeichen, die die Ankunft des Messias ankündigen. Laßt euch jedoch nicht täuschen! Diese Zeichen sind der Anfang der göttlichen Gerichte. Die Menschen haben auf sich selbst geschaut, sie haben nicht Buße getan und sich nicht bekehrt, daß ich sie reinigen könnte. Die Zeichen, die sie als Beweise ihrer Befreiung von der Knechtschaft ansehen, sind in Wirklichkeit Zeichen ihres Verderbens.

„Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr werdet gehaßt werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele der Anfechtung erliegen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen." Matthäus 24:9,10. Dies alles mußten die Christen erleiden. Eltern verrieten ihre Kinder, Kinder ihre Eltern, und Freunde überantworteten einander dem Hohen Rat. Die Verfolger vollendeten ihr Vorhaben und töteten Stephanus, Jakobus und viele andere Gläubige.

Gott gab den Juden durch seine Boten eine letzte Gelegenheit zur Umkehr. Er offenbarte sich durch seine Zeugen bei deren Gefangennahme, bei deren Verhör und im Gefängnis; dennoch fällten ihre Richter das Todesurteil über sie. Die Verurteilten waren Männer, deren die Welt nicht würdig war. Indem die Juden sie töteten, kreuzigten sie den Sohn Gottes aufs neue, und so wird es wieder geschehen. Die Regierungen werden Gesetze erlassen, die die religiöse Freiheit einschränken, und sie werden sich ein Recht anmaßen, das allein Gott zusteht. Sie werden die Auffassung vertreten, sie dürften die Gewissen zwingen, wo doch Gott allein die Regungen des Gewissens prüfen sollte. Der Anfang dazu ist bereits gemacht, und man wird mit dieser Bedrückung fortfahren, bis eine Grenze erreicht ist, die nicht überschritten werden kann. Gott selbst wird dann zugunsten seines treuen Volkes, das seine Gebote hält, eingreifen.

Bei jeder Verfolgung um des Glaubens willen entscheiden sich Menschen für oder gegen Christus. Jene, die ihre Sympathie denen gegenüber bekunden, die ungerechterweise verurteilt wurden, zeigen dadurch ihre Verbundenheit mit Christus; andere sind verletzt, weil die Grundsätze der Wahrheit ihre Gewohnheiten durchkreuzen; wieder andere straucheln und fallen und verlassen den Glauben, den sie einst selbst verteidigten. Alle, die in der Zeit der Trübsal vom Glauben abfallen, werden um ihrer Sicherheit willen falsches Zeugnis ablegen und ihre Brüder verraten. Christus hat davor gewarnt, damit wir nicht überrascht sein sollen von der unnatürlichen, grausamen Handlungsweise derer, die das Licht verwerfen.

Der Heiland gab seinen Jüngern ein Zeichen des herannahenden Verderbens über Jerusalem und sagte ihnen gleichzeitig, wie sie diesem entfliehen könnten: „Wenn ihr aber sehen werdet Jerusalem belagert von einem Heer, so merket, daß herbeigekommen ist seine Verwüstung. Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf das Gebirge, und wer in der Stadt ist, der gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, der komme nicht herein." Lukas 21:20-22. Diese Warnung wurde gegeben, damit sie vierzig Jahre später bei der Zerstörung Jerusalems beachtet würde. Die Christen folgten diesem Aufruf, und nicht ein einziger von ihnen kam bei der Einnahme der Stadt ums Leben.

„Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat." Matthäus 24:20. Christus, der den Sabbat eingesetzt hatte, hob ihn nicht auf, indem er ihn gewissermaßen an sein Kreuz heftete; er wurde auch durch seinen Tod nicht null und nichtig, sondern er ist vierzig Jahre nach seiner Kreuzigung noch heiliggehalten worden. Vierzig Jahre lang mußten die Christen darum bitten, daß ihre Flucht nicht an einem Sabbat geschehe.

Von der Zerstörung Jerusalems ging Jesus dann rasch auf das größere Geschehen über, dem letzten Glied in der Kette der Weltgeschichte — auf seine Wiederkunft mit großer Kraft und Herrlichkeit. Zwischen diesen beiden Ereignissen lagen vor Jesu Blick lange Jahrhunderte der Finsternis, Zeiten, die für seine Nachfolger mit Blut, Tränen und Todesqualen gekennzeichnet waren. Diese Szenen zu schauen, konnten seine Jünger damals nicht ertragen, und mit einer kurzen Andeutung ging er darüber hinweg. „Es wird alsdann eine große Trübsal sein, wie sie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt." Matthäus 24:21,22. Länger als tausend Jahre sollte eine Verfolgung, wie die Welt sie schrecklicher nie zuvor gesehen hatte, über die Nachfolger Christi kommen; Millionen seiner getreuen Gläubigen würden getötet werden. Würde Gott seine Hand nicht ausstrecken, um sein Volk zu bewahren, alle kämen ums Leben. „Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt."

Unmißverständlich spricht Jesus nun über sein zweites Kommen, und er warnt vor den Gefahren, die dieser Wiederkunft vorausgehen werden. „Wenn alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist der Christus! oder da! so sollt ihr's nicht glauben. Denn mancher falsche Christus und falsche Propheten werden aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so daß, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführt würden. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste! so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer! so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes." Matthäus 24:23-27. Eines der Zeichen der Zerstörung Jerusalems beschrieb Christus mit den Worten: „Es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen." Matthäus 24:11. Tatsächlich erhoben sich überall Irrlehrer, verführten das Volk und lockten viele in die Wüste. Zauberer und Magier, die den Anspruch erhoben, übernatürliche Kräfte zu besitzen, zogen das Volk in die Einsamkeit der Berge. Diese Weissagung gilt auch für die Endzeit. Die geschilderten Ereignisse sind ein Zeichen der nahen Wiederkunft Christi. Schon jetzt geschehen durch falsche Christusse und falsche Propheten große Zeichen und Wunder, um die Gläubigen zu verführen. Hören wir nicht den Ruf: „Siehe, er ist in der Wüste"? Sind nicht Tausende diesem Ruf gefolgt und in die Wüste gezogen, um dort Christus zu finden? Erklingt nicht in Tausenden von Zusammenkünften, wo Menschen den Verkehr mit den Geistern Verstorbener betreiben, der Ruf: „Siehe, er ist der Kammer?" Den gleichen Anspruch erhebt der Spiritismus. Doch was sagt Jesus? „Glaubt es nicht. Denn wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes."

Der Heiland gab uns Zeichen seiner Wiederkunft, ja mehr noch, er bestimmte die Zeit, wann das erste Zeichen geschehen sollte. „Bald aber nach der Trübsal jener Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden kommen sehen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern." Matthäus 24:29-31.

Nach der großen Verfolgung der Gläubigen sollten Sonne und Mond ihren Schein verlieren, unddie Sterne sollten vom Himmel fallen, so erläuterte es Jesus, und er fügte hinzu: „An dem Feigenbaum lernet ein Gleichnis; wenn sein Zweig jetzt treibt und die Blätter kommen, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. So auch ihr; wenn ihr das alles sehet, so wisset, daß es nahe vor der Tür ist." Matthäus 24:32,33.

Christus hat Zeichen seines Kommens gegeben. Nach seinem Willen sollten wir erkennen, wann er nahe vor der Tür ist. Von denen, die diese Zeichen erleben, sagte der Herr: „Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses alles geschehe." Diese Zeichen sind erschienen. Wir wissen, daß des Herrn Wiederkunft nahe ist. „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen." Matthäus 24:34,35.

Christus kommt in den Wolken des Himmels mit großer Herrlichkeit; eine Schar glänzender Engel wird ihn begleiten. Er wird kommen, um die Toten aufzuwecken und die lebenden Gerechten von Herrlichkeit zu Herrlichkeit zu verwandeln. Er wird wiederkommen, um die zu ehren und zu sich zu nehmen, die ihn geliebt und seine Gebote gehalten haben; er hat weder sie noch seine Verheißung vergessen. Erneut werden wir mit unseren Familienangehörigen verbunden sein. Wenn wir auf unsere Toten schauen, so dürfen wir an den Morgen denken, an dem die Posaune Gottes erschallen wird, „und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden." 1.Korinther 15:52. Nur noch kurze Zeit, und wir werden den König der Welten in seiner Herrlichkeit sehen; nicht mehr lange, und er wird abwischen alle Tränen von unseren Augen und uns „stellen vor das Angesicht seiner Herrlichkeit unsträflich mit Freuden". Judas 24. Darum sagte der Heiland, als er von den Zeichen seiner Wiederkunft sprach: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht." Lukas 21:28.

Den Tag aber und die Stunde seiner Wiederkunft hat Christus nicht enthüllt; er sagte seinen Jüngern deutlich: „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern allein der Vater." Matthäus 24:36. Hätte er ihnen die genaue Zeit offenbaren dürfen, warum sollte er sie dann ermahnen, in ständiger Erwartung zu bleiben? Es gibt Menschen, die angeblich Tag und Stunde der Wiederkunft Christi wissen und es sehr ernst nehmen, die Zukunft zu bestimmen; aber der Herr hat sie davor gewarnt. Der genaue Zeitpunkt der Wiederkunft Christi ist allein Gottes Geheimnis.

Christus sagte ferner über den Zustand der Welt vor seinem Kommen: „Wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes. Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut — sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien bis an den Tag, da Noah in die Arche hineinging; und sie achteten's nicht, bis die Sintflut kam und nahm sie alle dahin —, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes." Matthäus 24:37-39. Der Heiland spricht hier nicht von einem zeitlichen tausendjährigen Reich auf Erden, in dem sich die Menschen auf die Ewigkeit vorbereiten, sondern er sagt uns, daß es bei seiner Wiederkunft genauso sein wird wie in den Tagen Noahs.

Wie war es denn zu jener Zeit? „Der Herr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar ..." 1.Mose 6:5. Die Bewohner der vorsintflutlichen Welt wandten sich von ihrem Schöpfer ab und weigerten sich, seinem heiligen Willen zu gehorchen. Sie folgten lieber ihren eigenen, unheiligen Vorstellungen und verderbten Gedanken. Wegen ihrer Bosheit wurden sie vernichtet; und heute wandelt die Welt in den gleichen Spuren. Es sieht wirklich nicht nach einer kommenden tausendjährigen Herrlichkeit aus. Die Übertreter des Gesetzes füllen die Erde mit ihrer Bosheit. Ihre Wettleidenschaft, ihr Pferderennsport, ihr Glücksspiel, ihre Zerstreuung, ihre lüsternen Handlungen, ihre unmäßigen Leidenschaften breiten sich mit Gewalt in der Welt aus.

In der Weissagung von der Zerstörung Jerusalems sagte der Herr: „Und weil der Unglaube wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen." Matthäus 24:12-14. Auch diese Weissagung wird sich erfüllen. Der überhandnehmende Unglaube jenes Tages spiegelt sich in unserer Generation wider, jedoch auch die Erfüllung der verheißenen weltweiten Evangeliumsverkündigung. Vor dem Fall Jerusalems erklärte Paulus, getrieben vom Heiligen Geist, daß das Evangelium „gepredigt ist unter aller Kreatur, die unter dem Himmel ist". Kolosser 1:23. So muß nun auch vor der Wiederkunft Christi das ewige Evangelium „allen Nationen und Geschlechtern und Sprachen und Völkern" (Offenbarung 14:6) gepredigt werden.

Gott hat „einen Tag gesetzt, an welchem er richten will den Erdkreis" (Apostelgeschichte 17:31), und Christus teilt uns den Anbruch dieser Zeit mit. Er sagt nicht, daß die ganze Welt bekehrt werden würde, sondern nur: „Es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen." Matthäus 24:12-14. Durch die Verkündigung des Evangeliums liegt es in unserer Macht, Christi Wiederkunft zu beschleunigen. Wir sollen nicht nur auf sie warten, sondern der Zukunft des Herrn entgegeneilen. 2.Petrus 3:12. Hätte die Gemeinde Christi das ihr aufgetragene Werk nach seinem Willen ausgeführt, dann würde die Welt längst gewarnt worden sein und der Herr wäre mit großer Kraft und Herrlichkeit schon auf diese Erde gekommen.

Nachdem Jesus ihnen die Zeichen seines Kommens gesagt hatte, sprach er weiter: „Wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist." — „Seid nun wach allezeit und betet." Lukas 21:31,36. Gott hat die Menschen vor kommenden Gerichten stets gewarnt. Wer seiner Warnungsbotschaft vertraute und — seinen Geboten gehorsam — nach seinem Willen handelte, blieb vor den Heimsuchungen bewahrt, die über die Ungehorsamen und Ungläubigen hereinbrachen. Zu Noah wurde einst gesagt: „Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu dieser Zeit." 1.Mose 7:1. Noah folgte der Aufforderung des Herrn und wurde gerettet. Lot empfing die Botschaft: „Macht euch auf und geht aus diesem Ort, denn der Herr wird diese Stadt verderben." 1.Mose 19:14. Lot begab sich unter die Obhut der himmlischen Boten und wurde bewahrt. Auch Christi Jünger wurden vor der Zerstörung Jerusalems gewarnt. Wer von ihnen auf die Zeichen des nahenden Untergangs achtete und aus der Stadt floh, entging der Vernichtung. So sind auch uns genügend Zeichen der Wiederkunft Christi und des Verderbens, das über die Welt hereinbrechen wird, gegeben worden. Wer diese Warnungen beachtet, wird gerettet werden.

Da wir Tag und Stunde seines Kommens nicht wissen, sind wir aufgefordert, wach zu bleiben. „Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet." Lukas 12:37. Alle, die auf das Kommen des Herrn warten, werden nicht untätig sein. Die Erwartung der Wiederkunft Christi wird sie veranlassen, den Herrn und seine Gerichte zu fürchten. Es gilt, aufzuwachen aus der Sünde, die in der Ablehnung der göttlichen Gnade besteht. Die auf Jesu Erscheinen warten, reinigen ihre Seelen, indem sie der Wahrheit gehorsam sind, und verbinden ihr aufmerksames Wachen mit eifrigem Wirken. Sie wissen, daß der Tag der Erscheinung Christi nahe ist, und sie lassen darum keine Gelegenheit ungenutzt, mit den himmlischen Wesen für das Heil von Seelen zusammenzuarbeiten. Das sind die treuen und weisen Haushalter, die dem Gesinde zu rechter Zeit geben, was ihnen gebührt; (Lukas 12:42) denn sie lehren die Wahrheit, die der gegenwärtigen Lage besonders entspricht. Wie Henoch, Noah, Abraham und Mose die Wahrheit für ihre Zeit verkündigten, so werden Gottes Boten nun eine besondere Warnungsbotschaft auch dieser Generation mitzuteilen haben.

Christus weist aber noch auf eine andere Klasse hin: „Wenn aber derselbe Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr verzieht zu kommen, — und fängt an, zu schlagen Knechte und Mägde, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen: so wird desselben Knechtes Herr kommen an dem Tage, da er sich's nicht versieht." Lukas 12:45,46.

Solch untreuer Knecht sagt sich: „Mein Herr kommt noch lange nicht." Matthäus 24:48. Er sagt nicht, daß der Herr überhaupt nicht kommen wird, er spottet auch nicht über den Gedanken seiner Wiederkunft; nur in seinem Herzen und durch sein Reden und Handeln erklärt er, daß der Herr sein Kommen verzögern wird. Er nimmt den andern die Gewißheit der baldigen Wiederkunft Christi und verleitet sie zu einem vermessenen, sorglosen Dahinleben. Sie werden in ihrer Weltlichkeit und Abgestumpftheit bestärkt. Irdische Leidenschaften, verderbte Gedanken nisten in ihrem Gemüt. Der ungetreue Knecht ißt und trinkt mit den Trunkenen und vereint sich mit der Welt im Streben nach Vergnügungen. Er quält seine Gefährten, indem er jene anklagt und verurteilt, die ihrem Herrn ergeben sind. Er vermischt sich mit der Welt und versinkt mit ihr immer tiefer in Sünde. Es ist ein schreckliches Aufgehen in den Verstrickungen der Welt. „So wird desselben Knechtes Herr kommen an dem Tage, da er sich's nicht versieht, und zu der Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm seinen Lohn geben mit den Ungläubigen." Lukas 12:46.

„Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde." Offenbarung 3:3. Das Kommen Christi wird die falschen Lehrer überraschen, die immer gesagt haben: „Es ist Friede, es hat keine Gefahr." 1.Thessalonicher 5:3. Wie die Priester und Schriftgelehrten vor der Zerstörung Jerusalems, betrachten sie die Gemeinde als Mittel, um sich irdischen Wohlergehens und Ruhmes zu erfreuen. Die Zeichen der Zeit legen sie in diesem Sinne aus. Doch was sagt das Wort Gottes von solchen Menschen? Es „wird sie das Verderben schnell überfallen". 1.Thessalonicher 5:3. Über alle Bewohner der Erde, über alle, die diese Welt zu ihrer Heimat gemacht haben, wird der Tag Gottes wie ein Fallstrick, wie ein schleichender Dieb hereinbrechen.

Die Welt — voller Ausschweifungen und gottloser Vergnügungen — schläft und wiegt sich in fleischlicher Sicherheit. Die Menschen weisen die Wiederkunft des Herrn weit von sich und lachen über die Warnungsbotschaften. Ihre stolze Überheblichkeit spricht: Es „bleibt ... alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist", es „soll morgen sein wie heute und noch viel herrlicher" (2.Petrus 3:4; Jesaja 56:12); wir wollen uns noch viel ausgelassener ins Vergnügen stürzen. Christus aber sagt: „Siehe, ich komme wie ein Dieb." Offenbarung 16:15. Die Zeichen des Endes erfüllen sich zur selben Zeit, da die Welt verächtlich fragt: „Wo bleibt die Verheißung seines Kommens?" 2.Petrus 3:4; Jesaja 56:12. Während sie ruft: „Es ist Friede, es hat keine Gefahr", bricht plötzliche Vernichtung über sie herein. Christus wird wie ein Dieb zu einer Zeit wiederkommen, da die Spötter und jene, die die Wahrheit zurückweisen, vermessen geworden sind, da die Alltagsgeschäfte in den verschiedenen Branchen ohne Rücksicht auf die Einhaltung ehrenwerter Grundsätze betrieben werden und die Forscher auf allen Bereichen außer dem des Bibelstudiums eine Vertiefung ihrer Erkenntnis suchen.

Die Welt befindet sich ganz und gar in Aufruhr. Die Zeichen der Zeit sind unheilvoll, und kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Der Geist Gottes zieht sich von der Erde immer mehr zurück. Schlag auf Schlag folgen Katastrophen zu Wasser und zu Lande: Stürme, Erdbeben, Riesenbrände, Überschwemmungen und Gewalttaten aller Art. Wer weiß, was die Zukunft birgt? Wo ist Sicherheit zu finden? Weder bei Menschen noch sonstwo auf Erden gibt es Geborgenheit. Eilig scharen sich die Menschen unter das von ihnen erwählte Banner und harren voller Unruhe der Handlungen ihrer Führer. Daneben aber gibt es auch jene anderen Menschen, die das Erscheinen ihres Herrn wachsam erwarten und sich dafür einsetzen. Wieder eine andere Gruppe reiht sich unmittelbar in das Kommando des ersten und obersten Abtrünnigen ein. Nur wenige glauben von Herzen daran, daß wir eine Hölle zu fürchten und einen Himmel zu gewinnen haben.

So kommt die Entscheidung allmählich immer näher. Noch scheint die Sonne im Himmelszelt, noch kreist sie auf ihrer Bahn, noch erzählen die Himmel des Ewigen Ehre. Die Menschen essen und trinken, pflanzen und bauen, freien und lassen sich freien; sie handeln und schachern und rempeln einander aus dem Wege, um den höchsten Platz zu gewinnen. Vergnügungssüchtige füllen die Theater, Rennbahnen und Spielhöllen; überall herrscht das unruhige Hasten und Treiben der Welt. Die Gnadenzeit neigt sich dem Ende zu, und das Schicksal des einzelnen wird dann auf ewig entschieden sein. Satan sieht, daß seine Zeit bemessen ist; er setzt alle seine Kräfte und Möglichkeiten ein, um die Menschen zu täuschen, irrezuführen, zu fesseln und zu bezaubern, bis die Gnadenzeit vorüber ist und die Tür der Barmherzigkeit sich für immer geschlossen hat.

Ernst und feierlich klingen die warnenden Worte des Herrn, die er einst auf dem Ölberg sprach, durch die Jahrhunderte an unser Ohr: „Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fresserei und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und dieser Tag nicht schnell über euch komme ... So seid nun wach allezeit und betet, daß ihr stark werden möget, zu entfliehen diesem allem, was geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn." Lukas 21:34,36.


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