Zu meinem Gedächtnis ...
Kapitel  72


Gemäß Matthäus 26:20-29; Markus 14:17-25; Lukas 22:14-23; Johannes 13:18-30.

„Der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, verkündigt ihr des Herrn Tod, bis daß er kommt." 1.Korinther 11:23-26.

Die Gestalt Jesu Christi steht am Schnittpunkt zweier religiöser Ordnungen und ihrer jeweiligen Feste. Er, das makellose Lamm Gottes, war im Begriff, sich als Sündopfer darzugeben, und er wollte dadurch die Reihe der Sinnbilder und gottesdienstlichen Handlungen, die viertausend Jahre lang auf seinen Tod hingewiesen hatten, beschließen. Während er mit seinen Jüngern das Passahmahl nahm, setzte er an dessen Stelle den Dienst ein, der an sein großes Opfer erinnern sollte. Das rein jüdische Fest war damit für immer aufgehoben. Die gottesdienstliche Handlung, die Christus einsetzte, sollte von seinen Nachfolgern in allen Ländern der Erde und zu allen Zeiten befolgt werden.

Mit dem Passah gedachten die Juden alljährlich ihrer Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft. Gott hatte geboten, daß den Kindern Jahr für Jahr, wenn sie nach der Bedeutung dieses Festes fragten, die Geschichte dieses Erlebens erzählt werden sollte, damit die Tatsache der wunderbaren Befreiung vom fremden Joch allen Geschlechtern in frischer Erinnerung bliebe. Die Feier des heiligen Abendmahles wurde eingesetzt zum Gedächtnis der großen Erlösung, die durch den Tod Christi erwirkt wurde, und sie soll bis zu seiner Wiederkunft in Kraft und Herrlichkeit vollzogen werden, um dadurch das große Werk des Heilandes in unserem Gedächtnis lebendig zu erhalten.

Unmittelbar vor ihrem Auszug aus Ägypten aßen die Israeliten stehend das Passahmahl, die Lenden umgürtet, mit dem Stab in der Hand, bereit für ihre Wanderung. 2.Mose 12:11. Die Art und Weise, in der sie diese Anordnung durchführten, entsprach genau ihrer Lage; denn ihnen stand bevor, Ägypten verlassen zu müssen und eine mühevolle, schwierige Reise durch die Wüste zu beginnen. Aber zu Christi Zeit hatte sich die Situation geändert. Da sollten sie kein fremdes Land verlassen, denn die Juden waren Bewohner eines eigenen Landes. Die Ruhe, die ihnen als Volk geschenkt war, äußerte sich darin, daß die Menschen, die am Passah teilnahmen, in ihrer Haltung völlig entspannt waren. Polster lagen um den Tisch herum. Auf ihnen ruhten die Gäste. Sie stützten sich auf den linken Arm und hatten die rechte Hand frei zum Essen. In dieser Stellung konnte ein Gast sein Haupt auf die Brust dessen legen, der ihm am nächsten saß. Und die Füße, die sich zum äußeren Ende des Lagers hin ausstreckten, konnten von jemand gewaschen werden, der an der Außenseite des Kreises herumging.

Christus sitzt schweigend an der Tafel, auf der das Passahmahl aufgetragen worden ist. Die ungesäuerten Brote, die in der Passahzeit gegessen wurden, liegen vor ihm. Der unvergorene Passahwein steht auf dem Tisch. Für Christus sind diese Dinge Sinnbilder für sein eigenes makelloses Opfer. Nicht verdorben durch Gärung, dem Sinnbild der Sünde und des Todes, weisen sie auf Jesus als „eines unschuldigen und unbefleckten Lammes" hin. 1.Petrus 1:19.

„Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. Und nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Testaments, das für viele vergossen wird. Wahrlich, ich sage euch, daß ich hinfort nicht trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis auf den Tag, da ich's neu trinke in dem Reich Gottes." Markus 14:22-25.

Judas, der Verräter, nahm an dieser heiligen Handlung teil. Er empfing aus der Hand Jesu die Sinnbilder seines gebrochenen Leibes und seines vergossenen Blutes. Er hörte die Worte: „Solches tut zu meinem Gedächtnis." 1.Korinther 11:23-26. Obgleich er in Jesu unmittelbarer Nähe saß, brütete der Verräter an seinen dunklen Absichten und nährte seine finsteren, rachsüchtigen Gedanken.

Bei der Fußwaschung hatte Christus den eindeutigen Beweis gegeben, daß er den Charakter des Judas erkannte. „Ihr seid nicht alle rein" (Johannes 13:11), hatte er gesagt. Diese Worte überzeugten den falschen Jünger, daß Jesus von seinen geheimen Absichten wußte. Jetzt sprach Christus noch deutlicher. Als sie um den Tisch saßen, sagte er, und dabei blickte er seine Jünger an: „Nicht rede ich von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber es muß die Schrift erfüllt werden: Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen." Johannes 13:18.

Die Jünger hegten selbst jetzt noch keinen Verdacht gegen Judas; sie bemerkten aber, daß der Heiland sehr bedrückt schien. Schatten lagerten über ihnen, eine Vorahnung des schrecklichen Geschehens, dessen Sinn sie nicht verstanden. Als sie schweigend aßen, sagte Jesus: „Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten." Matthäus 26:21. Bei diesen Worten ergriff sie Verwunderung und Bestürzung. Sie konnten nicht verstehen, wie einer von ihnen ihren göttlichen Lehrer so verräterisch behandeln sollte. Warum sollte ihn jemand verraten? Und an wen? Wessen Herz konnte einen solchen Plan hervorbringen? Gewiß keiner von den Zwölfen, die das Vorrecht hatten, seine Lehren zu hören, die seine wundersame Liebe teilten und denen er solch große Achtung erwies, indem er sie in seine unmittelbare Gemeinschaft zog!

Als sie die Tragweite seiner Worte erkannten und sich daran erinnerten, wie wahr seine Reden sonst waren, überfiel sie Furcht und Mißtrauen gegen sich selbst. Sie begannen ihre eigenen Herzen zu erforschen, ob auch nur ein Gedanke gegen ihren Meister dort Raum hätte. In schmerzlichster Erregung fragte dann einer nach dem andern: „Herr, bin ich's?" Nur Judas schwieg. Tief betrübt fragte Johannes endlich: „Herr, wer ist's?" Matthäus 26:22; Johannes 13:25. Und Jesus antwortete: „Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre." Matthäus 26:23,24. Die Jünger hatten einander scharf angesehen, als sie fragten: „Herr, bin ich's?" Nun aber zog Judas durch sein Schweigen alle Blicke auf sich. Wegen der durch die Fragen und Antworten entstandenen Unruhe und Bestürzungen hatte Judas die Antwort Jesu auf die Frage des Johannes überhört. Um den prüfenden Blicken der Jünger zu entgehen, fragte er nun auch, wie sie es getan hatten: „Bin ich's, Rabbi?" Jesus erwiderte mit ernster Stimme: „Du sagst es." Matthäus 26:25.

Von der Preisgabe seiner Absicht überrascht und verwirrt, erhob sich Judas eilends, um den Raum zu verlassen. „Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust das tue bald! ... Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht." Johannes 13:27,30. Nacht war es für den Verräter, als er sich von Christus abwandte und in die Dunkelheit hinausging.

Bis zu diesem Schritt hatte er immer noch Gelegenheit gehabt, seinen Sinn zu ändern. Doch als er seinen Herrn und seine Gefährten verließ, war die Entscheidung endgültig gefallen. Judas hatte die Grenzlinie überschritten.

Ganz eigenartig war die Langmut des Herrn in der Behandlung dieser verführten Seele gewesen. Nichts hatte er unterlassen, um Judas zu retten. Nachdem dieser zweimal zugesagt hatte, seinen Herrn zu verraten, gab ihm Jesus noch Gelegenheit zur Umkehr. Er las im Herzen des Verräters dessen geheime Absicht und gab ihm dadurch den überzeugendsten Beweis seiner Gottheit. Es war der letzte Appell an den treulosen Jünger, zu bereuen. Kein Aufruf des göttlich-menschlichen Herzens Christi war unterlassen worden. Obwohl die Wogen der Barmherzigkeit in unbeugsamem Stolz abgewiesen wurden, kehrten sie dennoch in einer starken Flut werbender Liebe zurück. Obgleich Judas von der Entdeckung seiner Schuld überrascht und erschreckt war, handelte er nur um so entschiedener. Er verließ das heilige Mahl, um sein verräterisches Werk zu vollenden.

Mit dem Weheruf über den Verräter verband der Heiland zugleich eine Gnadenabsicht mit den Jüngern. Er vermittelte ihnen auf diese Weise den krönenden Beweis seines Messiasamtes. „Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschieht, damit, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin." Johannes 13:19. Würde Jesus in scheinbarer Unwissenheit von den Dingen, die über ihn kommen sollten, geschwiegen haben, dann hätten die Jünger annehmen können, ihr Meister wäre ohne göttliche Vorausschau gewesen und durch die Auslieferung an seine Feinde überrascht worden. Ein Jahr zuvor hatte Jesus seinen Jüngern erzählt, daß er ihrer zwölf erwählt habe und daß einer von ihnen ein Teufel sei. Jetzt würden seine Worte an Judas, die zeigten, daß ihm dessen Verrat bekannt war, den Glauben seiner Nachfolger während seiner Erniedrigung stärken. Nach dem Tod des Judas würden sie sich daran erinnern, welches Wehe er über den Verräter ausgesprochen hatte.

Der Heiland verfolgte noch eine andere Absicht. Er hatte seinen Dienst auch dem nicht verweigert, von dem er wußte, daß er ein Verräter war. Die Jünger verstanden weder seine Worte bei der Fußwaschung: „Ihr seid nicht alle rein" (Johannes 13:11), noch seine Erklärung bei Tisch: „Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen." Johannes 13:18. Erst als später deren Sinn deutlich wurde, erkannten sie die Größe der Geduld und Barmherzigkeit Gottes mit dem so schrecklich Irrenden.

Obwohl Jesus den Verräter von Anfang an kannte, wusch er ihm die Füße, ja, dieser durfte sogar mit Christus an dem heiligen Mahl teilnehmen. Ein langmütiger Heiland bot dem Sünder jede Möglichkeit, ihn anzunehmen, zu bereuen und von der Befleckung durch die Sünde gereinigt zu werden. Darin liegt eine Lehre für uns. Wenn wir vermuten, daß sich jemand in Irrtum und Sünde befindet, sollen wir uns nicht von ihm zurückziehen. Wir dürfen ihn nicht durch eine gleichgültige Trennung der Versuchung als Opfer überlassen oder ihn auf Satans Schlachtfeld treiben. Das ist nicht Christi Art. Weil seine Jünger irrten und unvollkommen waren, wusch er ihnen die Füße und machte sie dadurch bis auf einen bereit zur Buße.

Christi Beispiel verbietet, jemanden vom Abendmahl fernzuhalten. Aber es ist wahr, daß offene Sünde den Schuldigen davon ausschließt. Das lehrt der Heilige Geist sehr deutlich. Darüber hinaus sollte niemand ein Urteil fällen. Gott hat es nicht Menschen überlassen, festzulegen, wer an diesen Gelegenheiten dabeisein darf. Denn wer kann in die Herzen blicken? Wer kann die Spreu vom Weizen unterscheiden? „Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch." Denn „welcher nun unwürdig von diesem Brot isset oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn". „Welcher also isset und trinket, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn, der isset und trinket sich selber zum Gericht." 1.Korinther 11:28,27,29.

Wenn sich die Gläubigen zum Abendmahl versammeln, sind auch Boten anwesend, die menschliche Augen nicht sehen können. Selbst ein Judas kann dabeisein. In diesem Falle fehlen sogar nicht die Boten des Fürsten der Finsternis; denn sie suchen alle jene auf, die sich nicht vom Heiligen Geist leiten lassen wollen. Ebenfalls anwesend sind himmlische Engel. Diese himmlischen Besucher sind bei jeder solchen Gelegenheit gegenwärtig. Manchmal mögen Personen in die Versammlung kommen, deren Herzen nicht von Wahrheit und Heiligkeit erfüllt sind, die aber doch gerne an diesem Gottesdienst teilnehmen möchten. Es sollte ihnen nicht verwehrt werden. Zeugen sind dabei, die miterlebten, wie Jesus die Füße seiner Jünger und des Judas wusch. Andere als nur menschliche Augen blickten auf diese Szene.

Christus ist durch den Heiligen Geist gegenwärtig, um der von ihm selbst verordneten Feier sein göttliches Siegel aufzudrücken. Er ist da, um die Herzen zu überzeugen und zu gewinnen! Kein Blick, kein Gedanke der Reue entgeht seiner Aufmerksamkeit; er wartet ja auf die zerbrochenen, reumütigen Seelen und hat alles für ihren Empfang vorbereitet. Er, der dem Judas die Füße wusch, sehnt sich danach, jedes Herz von den „Flecken und Runzeln" der Sünde zu befreien.

Niemand sollte sich vom Abendmahl ausschließen, nur weil manche daran teilnehmen, die unwürdig sind. Jeder Nachfolger Christi ist aufgerufen, an dem heiligen Mahl teilzunehmen und dadurch zu bezeugen, daß er Jesus als seinen persönlichen Heiland angenommen hat. Dabei will Christus seinem Volk begegnen und es durch seine Gegenwart stärken. Selbst wenn unwürdige Hände und Herzen die gottesdienstliche Handlung vollziehen, ist Christus gegenwärtig, um seinen Kindern zu dienen. Alle, die ihren Glauben auf ihn gründen, werden reich gesegnet werden; alle, die diese göttlichen Gelegenheiten versäumen, werden Schaden erleiden. Auf sie mag zutreffen, was gesagt ist: „Ihr seid nicht alle rein."

Indem er das Abendmahl mit ihnen nahm, verpflichtete sich Christus seinen Jüngern als ihr Erlöser. Er vertraute ihnen den Neuen Bund an, durch den alle, die sich zu ihm [Christus] bekennen, Kinder Gottes und Miterben Christi werden. Jeder Segen, den der Himmel für das jetzige und das künftige Leben schenken konnte, sollte ihnen durch dieses Bündnis zuteil werden, das durch das Blut Christi bestätigt wurde. Die Einsetzung des heiligen Abendmahles sollte den Jüngern das unendlich große Opfer vor Augen halten, das er für jeden von ihnen persönlich — als einem Teil des gefallenen Menschengeschlechtes — brachte.

Doch die Feier des Abendmahles soll keine Zeit der Trauer sein. Dazu wurde sie nicht eingesetzt. Wenn die Gläubigen sich am Tisch des Herrn zusammenfinden, sollen sie nicht ihrer Verfehlungen und Mängel gedenken und sie beklagen. Sie sollen sich nicht bei ihrer vergangenen religiösen Erfahrung aufhalten, ganz gleich, ob sie bedrückend war oder erhebend. Sie sollen sich nicht die Meinungsverschiedenheiten mit ihren Mitbrüdern ins Gedächtnis zurückrufen. Das alles gehört zum Vorbereitungsdienst. Die Selbstprüfung, das Sündenbekenntnis, das Beilegen von Streitigkeiten soll vorher geschehen sein. Jetzt sind sie gekommen, um dem Herrn zu begegnen. Sie stehen nicht im Schatten des Kreuzes, sondern in seinem errettenden Licht, und sie sollen ihre Seele den leuchtenden Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit öffnen. Mit einem durch Christi so kostbares Blut gereinigten Herzen, im vollen Bewußtsein seiner — wenn auch unsichtbaren — Gegenwart sollen sie seine Worte hören: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt." Johannes 14:27.

Der Heiland sagt: Wenn ihr der Sünde überführt seid, dann denkt daran, daß ich für euch gestorben bin. Unterdrückt, verfolgt oder peinigt man euch um meinet- oder um des Evangeliums willen, so erinnert euch meiner Liebe, die so groß war, daß ich für euch mein Leben gab. Erscheinen euch eure Pflichten hart und streng und eure Lasten zu schwer, sie zu tragen, dann besinnt euch darauf, daß ich um euretwillen, alle Schmach nicht achtend, das Kreuz ertrug. Wenn eure Herzen vor schweren Prüfungen zurückweichen, dann wisset, daß euer Erlöser lebt und für euch bittet.

Das Abendmahl weist auf Christi Wiederkunft hin und wurde eingesetzt, um diese Hoffnung in den Herzen der Jünger lebendig zu erhalten. Wann auch immer sie zusammenkamen, um seines Todes zu gedenken, erzählten sie sich, wie er den Kelch nahm, dankte, ihnen den Kelch gab und sprach: „Trinket alle daraus; das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich." Matthäus 26:27-29. In ihrer Betrübnis tröstete sie die Hoffnung auf die Wiederkehr ihres Herrn. Unsagbar wertvoll wurden ihnen die Worte: „Sooft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, verkündigt ihr des Herrn Tod, bis daß er kommt." 1.Korinther 11:23-26.

Dies sollen wir nie vergessen. Wir müssen uns Jesu Liebe mit ihrer bezwingenden Kraft lebendig vor Augen halten. Der Heiland hat diese gottesdienstliche Handlung eingesetzt, damit sie die unendliche Liebe Gottes vergegenwärtigt, die er uns um unsertwillen erwiesen hat. Es gibt keine Gemeinschaft unserer Seele mit Gott außer durch Jesus Christus; und auch die brüderliche Gemeinschaft muß durch die Liebe Jesu gefestigt und zu einer dauerhaften Verbindung gemacht werden. Nichts Geringeres als Christi Tod konnte seine Liebe für uns wirksam machen; nur durch seine Opfertat können wir mit Freuden der Wiederkunft des Herrn entgegensehen. Sein Blutopfer ist der Mittelpunkt unserer Hoffnung. Darauf müssen wir unseren Glauben gründen.

Die göttlichen Verordnungen, die auf das Leiden und Sterben unseres Herrn hinweisen, werden zu sehr als bloße Zeremonie angesehen. Sie wurden ja um einer bestimmten Absicht willen gegeben; denn unsere Sinne müssen geschärft werden, um das Geheimnis der Gottseligkeit zu erfassen. Es ist das Vorrecht des gläubigen Christen, die versöhnenden Leiden Christi immer besser zu verstehen. „Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." Johannes 3:14,15. Wir müssen unseren Blick auf das Kreuz von Golgatha richten, das den sterbenden Erlöser trug. Unser ewiges Heil verlangt, daß wir unseren Glauben an Christus bekennen.

Jesus sagte: „Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch ... Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank." Johannes 6:53,55. Das entspricht genau unserer leiblichen Natur. Selbst unser irdisches Leben verdanken wir dem Tod Christi. Das Brot, das wir essen, ist der Erlös seines gebrochenen Leibes, und das Wasser, das wir trinken, ist erkauft mit seinem Blut. Niemand, sei er gerecht oder sündhaft, genießt seine tägliche Nahrung, ohne daß sie durch den Leib und das Blut Christi gesegnet ist. Das Kreuz von Golgatha ist auf jeden Laib Brot geprägt; es spiegelt sich in jeder Wasserquelle. Dies alles hat der Heiland gelehrt, indem er die Sinnbilder seines großen Opfers einsetzte. Das Licht, das von dem Passahmahl Jesu ausgeht, heiligt auch unsere tägliche Nahrung. Der Familientisch wird dadurch zum Tisch des Herrn und jede Mahlzeit ein heiliges Mahl.

Wieviel mehr aber entsprechen Jesu Worte unserem geistlichen Leben! Christus erklärte: „Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben." Johannes 6:54. Nur wenn wir das Leben annehmen, das für uns am Kreuz dahingegeben wurde, können wir ein Leben der Frömmigkeit führen. Wir empfangen dieses Leben, indem wir uns zu seinem Wort bekennen, indem wir die Dinge erfüllen, die er uns geboten hat. Dadurch werden wir eins mit ihm. „Wer mein Fleisch isset", sagte der Heiland, „und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isset, leben um meinetwillen." Johannes 6:56,57. Diese Schriftstelle zielt in einem ganz besonderen Sinn auf die Feier des heiligen Abendmahles. Durch gläubiges Nachdenken über die Opfertat Jesu nimmt die Seele das geistliche Leben Christi in sich auf und erhält durch jede Feier des Gedächtnismahles neue und größere Kraft. Diese gottesdienstliche Handlung schafft eine lebendige Verbindung des Gläubigen zu Christus und dadurch auch zum Vater. Sie formt in einem besonderen Sinn eine Gemeinschaft zwischen abhängigen Menschen und Gott.

Wenn wir das Brot und den Wein empfangen, die den zerbrochenen Leib und das vergossene Blut Christi versinnbilden, sind wir in Gedanken mit dem Geschehen im oberen Saal verbunden. Wir meinen dann durch den Garten Gethsemane zu gehen, der geweiht ist durch den Todeskampf Jesu, welcher unser aller Sünden trug. Wir sind Zeugen des Kampfes, der unsere Versöhnung mit Gott bewirkte. Wir sehen den gekreuzigten Heiland mitten unter uns.

Schauen wir auf den gekreuzigten Erlöser, dann begreifen wir erst völlig die Größe und Bedeutung des von der Majestät des Himmels dargebrachten Opfers. Der Heilsplan wird vor uns verherrlicht, und der Gedanke an Golgatha erweckt lebendige und geheiligte Empfindungen in unserer Seele. Der Lobpreis Gottes und des Lammes wohnt in unserem Herzen und erschallt von unseren Lippen; Stolz und Selbstvergötterung gedeihen nicht mehr in einer Seele, der das Geschehen auf Golgatha in lebendiger Erinnerung ist.

Wem Jesu unvergleichliche Liebe vor Augen steht, dessen Gedanken werden veredelt, dessen Herz wird gereinigt und dessen Wesen wird umgewandelt werden. Er wird hinausgehen, um der Welt ein Licht zu sein und diese geheimnisvolle Liebe in einem gewissen Grade widerzuspiegeln. Je mehr wir an das Kreuz auf Golgatha denken, desto intensiver werden wir die Worte des Apostels beherzigen: „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als allein des Kreuzes unsres Herrn Jesus Christus, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt." Galater 6:14.


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