„Schweig und verstumme!“
Kapitel  35


Gemäß Matthäus 8:23-34; Markus 4:35-41; Markus 5:1-20; Lukas 8:22-39.

Ein ereignisreicher Tag im Leben Jesu hier auf Erden neigte sich seinem Ende zu. Am See Genezareth hatte er seine ersten Gleichnisse gesprochen und durch sinnreiche Vergleiche aus der Natur das Wesen seines Reiches und die Art und Weise seines Kommens erklärt. Er hatte seine Arbeit mit der eines Sämanns, die Entwicklung seines Reiches mit dem Wachsen eines Senfkorns und der Wirkung des Sauerteiges in einem Scheffel Mehl verglichen. Die Trennung der Gerechten von den Gottlosen am Jüngsten Tage hatte er durch die Gleichnisse vom Unkraut unter dem Weizen und dem Netz mit den Fischen veranschaulicht. Das Wertvolle der Wahrheiten, die er lehrte, hatte er durch das Gleichnis von dem verborgenen Schatz und von der köstlichen Perle dargelegt, während er im Gleichnis von dem Haushalter seinen Jüngern zeigte, wie sie als seine Stellvertreter wirken sollten.

Den ganzen Tag über hatte er gelehrt und geheilt. Als es dunkelte, drängte sich die Menge noch immer um ihn. Tagelang schon hatte er den Menschen gedient, ohne sich viel Zeit zum Essen und Ruhen zu gönnen. Die boshafte Kritik und die Entstellungen der Pharisäer, womit sie ihn beständig verfolgten, erschwerten seine Tätigkeit ungeheuer. Jetzt am Ende des Tages war er so ermattet, daß er beschloß, sich an einen stillen Ort auf der andern Seite des Sees zurückzuziehen.

Das östliche Ufer des Sees Genezareth war nicht unbewohnt. Es lagen hier und da Ortschaften; dennoch wirkte es im Vergleich mit dem westlichen Ufer öde und wüst. Es hatte eine mehr heidnische als jüdische Bevölkerung und unterhielt nur geringen Verkehr mit Galiläa, so daß Jesus hier die gewünschte Abgeschlossenheit finden konnte. Seine Jünger forderte er auf, ihn zu begleiten.

So nahmen ihn diese, nachdem er die Menge verabschiedet hatte, so wie er war, ins Boot und stießen eiligst vom Ufer ab. Doch sie blieben nicht allein. Andere Boote, die am Ufer lagen und schnell mit Menschen besetzt waren, folgten ihnen. Es waren noch viele, die ihn sehen und hören wollten.

Endlich war der Heiland von dem Gedränge der Menge befreit. Überwältigt von Müdigkeit und Hunger, legte er sich hinten im Schiff nieder und schlief bald ein. Es war ein ruhiger und angenehmer Abend, und tiefe Stille lagerte über dem See. Plötzlich jedoch überzog Finsternis den Himmel; der Wind fuhr ungestüm aus den Bergklüften hernieder und fegte am östlichen Seeufer entlang, und ein furchtbares Wetter brach herein.

Die Sonne war untergegangen, und die Finsternis der Nacht lagerte über dem stürmischen See. Die von dem wütenden Wind zu Schaum gepeitschten Wellen stürzten mit aller Heftigkeit über dem Boot der Jünger zusammen und drohten es zu verschlingen. Die abgehärteten Fischer hatten ihr Leben auf dem See zugebracht und ihr Schifflein durch manchen Sturm sicher ans Ufer gebracht. Jetzt aber versagten ihre Kraft und ihre Geschicklichkeit; sie waren hilflos in der Gewalt des Sturmes, und ihre Hoffnung wich, als sie sahen, daß das Boot voll Wasser schlug.

Ganz erfüllt von dem Bestreben, sich zu retten, hatten sie die Anwesenheit Jesu vergessen. Als sie aber bemerkten, daß ihre Rettungsarbeiten vergebens waren und sie den sicheren Tod vor Augen fühlten, erinnerten sie sich, auf wessen Wunsch sie über den See fuhren. Der Heiland war jetzt ihre einzige Hoffnung. In ihrer Hilflosigkeit und Verzweiflung schrien sie: „Meister! Meister!" Lukas 8:24. Aber die dichte Finsternis verbarg ihn vor ihren Augen; ihre Stimmen wurden von dem Heulen des Sturmes übertönt — es kam keine Antwort. Zweifel und Furcht überfielen sie. Hatte Jesus sie verlassen? War er, der Krankheiten und Dämonen, ja sogar den Tod besiegt hatte, jetzt machtlos, seinen Jüngern zu helfen? Achtete er nicht ihrer Not?

Sie rufen noch einmal. Wieder keine Antwort. Nur das Heulen des Sturmes ist zu vernehmen. Schon beginnt das Schiff zu sinken. Noch einen Augenblick — und die gierigen Wellen werden sie verschlungen haben.

Plötzlich erhellt ein Blitzstrahl die Finsternis, und da sehen die Jünger ihren Herrn ruhig schlafen. Bestürzt und verzweifelt rufen sie: „Meister, fragst du nichts danach, daß wir verderben?" Markus 4:38. Wie kann er so friedlich schlafen, während sie in Gefahr sind und mit dem Tode ringen!

Ihr Schreien weckt den Herrn schließlich. Ein neuer Blitz erhellt seine Gestalt, und die Jünger erkennen staunend den himmlischen Frieden auf seinem Angesicht und lesen in seinem Blick selbstvergessene, hingebungsvolle Liebe. Ihre Herzen wenden sich ihm zu, und sie stammeln: „Herr, hilf uns, wir verderben!"

Noch nie ist solcher Ruf unbeachtet geblieben. Die Jünger ergreifen noch einmal die Ruder, um einen letzten Rettungsversuch zu unternehmen. Da erhebt sich der Herr. Er steht mitten unter den Jüngern. Der Sturm wütet weiter, die Wellen schlagen über sie hinweg, und Blitze erleuchten des Meisters Angesicht. Er erhebt seine Hand, die so oft Werke der Barmherzigkeit getan hat, und gebietet dem stürmischen See: „Schweig und verstumme!"

Der Sturm hört auf. Die Wogen legen sich. Die Wolken weichen, und Sterne leuchten hervor. Das Schiff gleitet wieder auf dem ruhig gewordenen See dahin. Jesus aber wendet sich an seine Jünger und sagt traurig zu ihnen: „Warum seid ihr so furchtsam? Habt ihr denn keinen Glauben?" Markus 4:40.

Bedrücktes Schweigen bemächtigte sich der Jüngerschar. Selbst Petrus wagte es vor Scheu nicht, das auszusprechen, was sein Herz erfüllte. Die Schiffe, die mitfuhren, um den Heiland zu begleiten, waren in derselben Gefahr gewesen wie das Boot der Jünger. Schrecken und Verzweiflung hatten ihre Insassen ergriffen; aber Jesu Befehl stillte alle Aufregung. Die Gewalt des Sturmes hatte die Boote auseinandergetrieben, und so erlebten alle das Wunder mit. Mit der dem Sturm folgenden Stille war alle Furcht vergessen. Die Leute sprachen unter sich: „Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam sind?" Matthäus 8:27.

Als Jesus geweckt wurde, um dem Sturm zu begegnen, bewies er vollkommene Ruhe und Sicherheit. Wort und Blick verrieten nicht eine Spur von Furcht; denn sein Herz war frei davon. Nicht weil er im Bewußtsein der göttlichen Allmacht sich sicher fühlte, nicht als Herr der Erde, des Himmels und der Meere bewahrte er diese Ruhe; jene Macht hatte er niedergelegt, denn er sagte: „Ich kann nichts von mir selber tun." Johannes 5:30. Er vertraute aber der Macht seines Vaters; er ruhte im Glauben — im Glauben an die Liebe und Fürsorge Gottes. Die Macht des Wortes, die den Sturm stillte, war die Macht Gottes.

Wie Jesus sich im Glauben in der Liebe des Vaters geborgen fühlte, so sollen wir uns in der Fürsorge des Heilandes geborgen wissen. Hätten die Jünger dem Herrn vertraut, dann wären sie auch ruhig und sicher gewesen. Durch ihre Furcht in der Stunde der Gefahr bekundeten sie jedoch Unglauben. In ihrem Eifer, sich selbst zu retten, vergaßen sie Jesus. Erst als sie an sich selbst verzweifelten und sie sich an ihn wandten, konnte er ihnen helfen.

Wie oft ist die Erfahrung der Jünger auch die unsrige! Wenn sich die Stürme der Versuchung über uns zusammenziehen, wenn grelle Blitze zucken und die Wogen der Verzweiflung über uns zusammenschlagen, kämpfen wir mit unserer Not allein, und wir vergessen, daß einer gegenwärtig ist, der uns helfen kann. Wir vertrauen unserer eigenen Kraft, bis uns alle Hoffnung verläßt und wir dem Verderben nahe sind. Dann erst denken wir an den Heiland, und wenn wir ihn im Glauben anrufen, wird es nicht vergebens sein. Wohl tadelt er betrübt unseren Unglauben und unser Selbstvertrauen, doch gewährt er uns bereitwillig die Hilfe, die uns not tut. Wo wir auch sein mögen, auf dem Lande oder auf dem Meer: wir brauchen uns nicht zu fürchten, wenn wir Jesus im Herzen haben. Ein lebendiger Glaube an ihn wird das unruhige Meer des Lebens beruhigen und uns aus der Gefahr befreien in einer Weise, die ihm am besten erscheint.

Die Stillung des Sturms enthält noch eine weitere geistliche Lehre. Eines jeden Menschen Erfahrung bestätigt die Wahrheit des Schriftwortes: „Die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann ... Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott." Jesaja 57:20,21. Die Sünde hat unseren Frieden zerstört. Solange unser Ich nicht bezwungen ist, finden wir keine Ruhe. Die mächtigen Leidenschaften des Herzens vermag keine menschliche Macht unter Kontrolle zu bringen. Wir sind da so hilflos, wie die Jünger machtlos waren, den Sturm zu stillen. Doch derjenige, der den Wellen des Sees Genezareth gebot, hat jedem Menschen diesen Frieden zugesprochen. Wie heftig der Sturm auch sein mag, wer zu Jesus ruft: „Herr, errette mich!", wird Rettung finden! Christi Gnade versöhnt die Seele mit Gott und beschwichtigt die menschliche Leidenschaft. In Jesu Liebe findet unser Herz Ruhe. Er „stillt das Ungewitter, daß die Wellen sich legten und sie froh wurden, daß es still geworden war und er sie zum erwünschten Land brachte." Psalm 107:29,30. „Da wir nun sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus". Römer 5:1. — „Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig." Jesaja 32:17.

Am nächsten Morgen, als gerade das Licht der aufgehenden Sonne wie ein Friedensgruß Land und See berührte, kam der Heiland mit den Jüngern ans Ufer. Kaum aber hatten sie das Land betreten, als sich ihnen ein Anblick bot, der schrecklicher war als das Rasen des Sturmes. Zwei Irrsinnige stürzten aus einem Versteck zwischen den Gräbern hervor und auf sie zu, als wollten sie sie in Stücke zerreißen. An ihren Füßen hingen Glieder von Ketten, die sie gesprengt hatten; ihr Körper zeigte blutende Wunden, die sie sich an den scharfen Steinen geholt hatten; ihre Augen stierten wild unter dem langen, wirren Haar hervor; alles Menschliche schien ihnen von den Dämonen, die in ihnen wohnten, genommen zu sein; sie sahen wilden Tieren ähnlicher als Menschen.

Die Jünger und andere Begleiter des Herrn flohen vor Schrecken. Bald aber bemerkten sie, daß Christus nicht bei ihnen war. Sie schauten sich um und sahen ihren Herrn dort stehen, wo sie ihn verlassen hatten. Der den Sturm gestillt, der schon früher Satan begegnet war und ihn besiegt hatte, floh nicht vor diesen bösen Geistern. Die Wahnsinnigen hatten sich zähneknirschend und vor Wut schäumend dem Herrn genähert. Da erhob Jesus die Hand, die den wilden Wogen Ruhe geboten hatte, und die Männer vermochten nicht, näher zu kommen. Sie standen wütend, aber hilflos vor ihm.

Mit Macht gebot er nun den unreinen Geistern, aus den Männern auszufahren. Seine Worte durchdrangen die umnachteten Sinne der Unglücklichen, und die erkannten, wenn auch noch dunkel, die Gegenwart des Einen, der sie von den bösen Geistern erlösen konnte. Sie fielen dem Heiland zu Füßen, ihn anzubeten. Als sie jedoch die Lippen öffneten, um seine Gnade zu erflehen, sprachen die Dämonen aus ihnen und schrien ihn ungestüm an: „Was willst du von uns, du Sohn Gottes? Bist du hergekommen, uns zu quälen, ehe denn es Zeit ist?" Matthäus 8:29.

Jesus fragte den einen: „Wie heißest du?" Und dieser antwortet: „Legion heiße ich; denn wir sind viele." Markus 5:9. Diese unglücklichen Männer wurden von Dämonen als Mittelspersonen benutzt, Jesus zu ersuchen, sie nicht aus dem Lande zu treiben. Nicht weit davon, am Abhang eines kleinen Berges, weidete eine Herde Säue. In diese wollten die Dämonen fahren. Jesus erlaubte es ihnen, und sofort wurde die Herde von panischem Schrecken ergriffen. Die Säue rasten wild die Klippen hinunter, stürzten sich, da sie ihren Lauf nicht hemmen konnten, in den See und ertranken.

Während dieser Zeit war mit den Irrsinnigen eine wunderbare Veränderung vor sich gegangen; es war licht geworden in ihrem Geist, die Augen blickten klug und verständig, die bisher zum Bilde Satans entstellten Gesichter wurden sanft und die blutbefleckten Hände ruhig. Mit freudiger Stimme lobten sie Gott für ihre Erlösung.

Die Schweinehirten hatten von den Klippen aus gesehen, was geschehen war, und eilten, die Nachricht von dem Vorgefallenen ihrem Herrn und allen Leuten zu bringen. In Furcht und Bestürzung strömten die Bewohner der ganzen Gegend zu Jesus. Die beiden Besessenen hatten als der Schrecken der Umgebung gegolten. Niemand war seines Lebens sicher gewesen; denn sie hatten sich mit der Wut der Dämonen auf jeden Vorübergehenden gestürzt. Nun waren sie wieder gesittet und vernünftig; saßen zu den Füßen Jesu, lauschten seinen Worten und verherrlichten den Namen dessen, der sie gesund gemacht hatte. Doch die Menschen, die all dies erlebten, freuten sich nicht mit ihnen; der Verlust der Schweine schien ihnen mehr zu bedeuten als die Befreiung dieser Gefangenen Satans.

Es war ein Akt göttlicher Gnade, daß dieser Verlust die Tierhalter getroffen hatte. Sie waren ganz erfüllt von ihren irdischen Belangen und kümmerten sich nicht um ihr geistliches Wohl. Jesus wünschte ihre Gleichgültigkeit zu brechen, damit sie seine Gnade annehmen möchten, doch die Trauer und die Entrüstung über den Verlust der Herde machten ihre Augen blind gegen die göttliche Gnade.

Die Bekundung einer übernatürlichen Macht erregte den Aberglauben der Menschen und erweckte die Furcht, daß noch weitere Unglücksfälle folgen könnten, solange dieser Fremdling unter ihnen weilte. Sie befürchteten finanziellen Schaden und beschlossen, sich von seiner Gegenwart zu befreien. Die Jesus über den See begleitet hatten, erzählten alles, was in der vergangenen Nacht geschehen war; sie berichteten von ihrer Gefahr in Sturmesnöten und wie Jesus Wind und Meer geboten hatte. Aber alle ihre Berichte blieben wirkungslos. Furchterfüllt drängte sich die Menge um Jesus, und sie bat ihn, diese Gegend zu verlassen. Jesus erfüllte ihren Wunsch, bestieg wieder das Boot und fuhr nach dem gegenüberliegenden Ufer.

Die Bevölkerung der Gegend um Gergesa hatten einen lebendigen Beweis von Jesu Macht und Gnade vor sich; sie sahen die Männer, die ihren Verstand wiedererlangt hatten, und doch fürchteten sie über alles, ihre irdischen Güter preisgeben zu müssen. Diese Furcht veranlaßte sie, Jesus, der vor ihren Augen den Fürsten der Finsternis verbannt hatte, wie einen Eindringling zu behandeln und die Gabe des Himmels abzulehnen. Wohl bietet sich heute nicht mehr die Gelegenheit, den Heiland als Mensch von sich zu weisen, wie es die Gerasener taten; aber es gibt noch viele, die sich weigern, seinem Wort zu gehorchen, vor allem dann, wenn dieser Gehorsam das Opfer irgendwelcher irdischen Vorteile einschließen würde. Sie verwerfen seine Gnade und weisen seinen Geist von sich, damit seine Gegenwart ihnen keinen materiellen Verlust bringe.

Wie ganz anders empfanden die beiden Geheilten! Sie verlangten nach der Gegenwart ihres Erlösers; bei ihm fühlten sie sich geborgen vor den bösen Geistern, die sie gequält und ihrer besten Kräfte beraubt hatten. Als Jesus sich anschickte, wieder das Boot zu besteigen, hielten sie sich ganz nahe an seiner Seite, knieten vor ihm nieder und baten herzlich, bei ihm bleiben zu dürfen, um immer seine Worte lauschen zu können. Doch der Herr gebot ihnen, heimzugehen und zu verkündigen, was er an ihnen Großes getan hat.

Hier war eine Aufgabe für sie zu erfüllen. Sie sollten in ihre heidnische Heimat zurückgehen und von den Segnungen erzählen, die Jesus ihnen erwiesen hatte. Es fiel ihnen schwer sich von dem Heiland zu trennen, zumal sie wußten, welche großen Schwierigkeiten sie nun im Verkehr mit ihren heidnischen Landsleuten begegnen würden. Ihre lange Trennung von der menschlichen Gesellschaft schien sie für die von ihm bezeichnete Aufgabe unfähig gemacht zu haben; doch sobald der Herr ihnen den Auftrag stellte, waren sie bereit, ihn zu erfüllen. Nicht nur ihrer engsten Umgebung erzählten sie von dem Wunderheiland, sie gingen vielmehr durch das ganze Gebiet der Zehn Städte, verkündigten überall Jesu errettende Macht und beschrieben, wie er sie von den bösen Geistern befreit hatte. So empfingen sie durch ihr Missionswerk einen größeren Segen, als wenn sie zu ihrem eigenen Nutzen bei Jesus geblieben wären. Wenn wir die große Heilandsbotschaft verbreiten helfen, werden wir dem Erlöser nähergebracht.

Die beiden vom Wahnsinn Geheilten waren die ersten Missionare, die der Herr in die Gegend der Zehn Städte sandte, das Evangelium zu verkündigen. Nur kurze Zeit hatten sie das Vorrecht gehabt, den Lehren Jesu zu lauschen; nicht eine einzige Predigt hatten sie von ihm vernommen. Sie konnten von sich aus das Volk nicht lehren wie die Jünger, die täglich bei dem Herrn gewesen waren; aber sie bezeugten durch ihr persönliches Erleben, daß Jesus der Messias war. Sie konnten erzählen, was sie wußten, was sie von der Macht Christi gesehen, gehört und erlebt hatten. Dies kann jeder tun, dessen Herz von der göttlichen Gnade berührt worden ist. Johannes, der Lieblingsjünger, schrieb: „Das da von Anfang war, das wir gehört haben, das wir gesehen haben mit unseren Augen, das wir beschaut haben ... vom Wort des Lebens ... was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch." 1.Johannes 1:1-3. Als Zeugen Christi sollen wir verkündigen, was wir wissen, was wir selber gesehen, gehört und empfunden haben. Wenn wir Jesus Schritt für Schritt gefolgt sind, dann werden wir auch etwas über den Weg erzählen können, den er uns geführt hat. Wir können sagen, wie wir seine Verheißungen erprobt und sie zuverlässig gefunden haben. Wir können Zeugnis darüber geben, was wir von der Gnade Christi erfahren haben. Das ist das Zeugnis, zu dem unser Herr uns aufruft und an dessen Mangel die Welt zugrunde geht.

Obwohl die Bevölkerung von Gergesa Jesus nicht angenommen hatte, überließ er sie nicht der selbstgewählten Finsternis. Als sie ihn bat, von ihr zu gehen, hatte sie seine Worte noch nicht gehört. Sie wußte nicht, was sie abwies. Darum sandte er ihr erneut das Licht, und zwar durch solche Boten, bei denen sie sich nicht weigern würde, zuzuhören.

Durch die Vernichtung der Schweine wollte Satan die Menschen vom Heiland abwenden und die Verkündigung des Evangeliums in diesem Gebiet verhindern. Aber gerade dieses Ereignis erregte die Menschen mehr als irgend etwas anderes und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf Christus. Der Heiland war zwar gegangen, aber zurück blieb als ein Zeuge seiner Macht der Mensch, den er geheilt hatte. Diejenigen, die Werkzeuge des Fürsten der Finsternis waren, wurden Vermittler des Lichts, Botschafter des Sohnes Gottes. Die Menschen gerieten in Erstaunen, als sie von den wunderbaren Neuigkeiten hörten. Überall in diesem Gebiet standen die Tore dem Evangelium offen. Als Jesus in das Gebiet der Zehn Städte zurückkehrte, scharten sich die Menschen um ihn, und drei Tage lang hörten nicht nur die Einwohner einer Stadt, sondern Tausende aus der ganzen Umgebung die Botschaft der Erlösung. Auch die Macht der Dämonen ist letztlich der Herrschaft unseres Heilandes unterworfen, und das Werk des Bösen wird um des Guten willen in Schach gehalten.

Die Begegnung mit den beiden Besessenen war für die Jünger sehr lehrreich. Sie zeigte ihnen die Tiefe der Entartung, in die Satan das ganze Menschengeschlecht zu stürzen versucht, dann aber auch die Aufgabe Christi, die Gefangenen aus Satans Macht zu befreien. Jene elenden Geschöpfe, die inmitten der Gräber hausten und von bösen Geistern besessen, in ungezügelten Leidenschaften und ekelerregenden Neigungen geknechtet waren, geben Zeugnis davon, was aus Menschen wird, wenn sie der satanischen Gewalt überlassen bleiben. Satans Einfluß wirkt stets dahin, die Sinne der Menschen zu verwirren, das Gemüt auf Böses zu lenken und zu Gewalttaten und Verbrechen anzuspornen. Er schwächt den Körper, verdunkelt den Geist und erniedrigt die Seele. Wer die Einladung des Heilandes verwirft, ergibt sich dem Teufel. Viele Menschen in jeder Lebensstellung, im Heim, im Geschäft und selbst in der Gemeinde, handeln heute ähnlich. Darum haben Gewalttaten und Verbrechen auf Erden überhandgenommen, und tiefe moralische Finsternis bedeckt wie mit einem Leichentuch die Wohnungen der Menschen. Durch seine lockenden Versuchungen verführt Satan zu immer größerer Sünde, bis völlige Entartung und Verderben die Folge sind. Die einzige Sicherheit vor dieser teuflischen Macht liegt in der Gegenwart Jesu. Vor Menschen und Engeln ist Satan als Feind und Verderber, Christus aber als Freund und Erlöser offenbart worden. Christi Geist wird solche Eigenschaften im Menschen entwickeln, die den Charakter veredeln und seinem Wesen zur Ehre gereichen. Er wird den Menschen heranbilden zur Verherrlichung Gottes nach Leib, Seele und Geist. „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht." 2.Timotheus 1:7. Er hat uns berufen, die „Herrlichkeit", und den Charakter „unseres Herrn Jesus Christus" zu erlangen und gleich zu sein dem „Ebenbilde seines Sohnes". 2.Thessalonicher 2:14; Römer 8:29.

Menschen, die zu Werkzeugen Satans herabgewürdigt worden sind, können immer noch durch die Kraft Christi zu Boten der Gerechtigkeit umgebildet und von Christus hinausgesandt werden, zu verkündigen, „wie große Wohltat dir der Herr getan und sich deiner erbarmt hat." Markus 5:19.


[vorheriges Kapitel] [Inhaltsverzeichnis] [nächstes Kapitel]


 

Übersicht - Hauptseite

[ der große kosmische Konflikt ] [ inneren Frieden finden ]
[
Universalsystem der erzwungenen Anbetung ]
[
ist die Jungfrau Maria tot oder lebt sie? ]
[ bevor wir in den Himmel kommen ]

[
das Leben Jesu ]
 

Worum geht es denn im herkömmlichen Christentum?
 

Wie wird das denn weitergehen?
 

Es ist wohl kaum möglich die Böswilligkeit und das Übel in dieser Welt
zu erfassen ohne dieses Buch gelesen zu haben - download.:

von Babylon nach Rom

 

Wer weiß denn mit Gewißheit was das Malzeichen ist?
 

Empfohlene Links zum Englischen Bereich dieser Domäne
[
Cosmic Conflict]  [Universal System of forced Worship]  [Principles and Doctrines]
[the other Godhead] [Health Care without Prescription Drugs] [finding Peace within]
[godhead of Nicea[is the Virgin Mary dead or alive]  [invitation to Bible Studies]
[
High Points of the New Age] [Love & Passion of Christ] [New Age Adventures]
[is there Death after Life]
[Healthful Living] [early writings of  Ellen G. White]
[True Protestantism is dying because?]
[Truth and Spiritual Knowledge]
[
New Age Bible Versions ]
[ What happened 508 CE? ]
[ bibles with less about Jesus ] [ global power elite ]
 

Unterstützen Sie bitte diese Website

 

alles anbetung babylon biest botschaft braut daniel donner engel gerechtigkeit jerusalem jungfrau lebt lüge maria marienbewegung mensch merkmal neue niederlande papsttum prophezeiung sakramente satan siegel skandinavien spiritualismus stunde Tier tot tödliche sünde unsterblichkeit verheilt vollbringen warum wunde
 

[ wichtige Erkenntnisse für die Zeit in der wir leben ]

[ wehe dem, der mehr wissen will, als erlaubt ist ]

[ es verlangt Mut diese Dinge zu untersuchen ]

Was der Spatz mit der Spätzin macht

Max & Moritz