Lazarus, komm heraus!
Kapitel  58


Gemäß Lukas 10:38-42; Johannes 11:1-44.

Zu den treuesten Anhängern Jesu gehörte Lazarus aus Bethanien. Seit der ersten Begegnung mit dem Heiland war sein Glaube an ihn gestärkt worden; er liebte ihn innig, und er wußte sich von ihm zutiefst wiedergeliebt. Diesem Lazarus galt Jesu größtes Wunder. Der Heiland segnete alle, die seine Hilfe suchten; er liebte alle Menschen. Doch manchen fühlte er sich durch liebevolle persönliche Bindungen besonders zugetan. Durch ein festes Band der Zuneigung war sein Herz mit der Familie in Bethanien verknüpft, und für einen ihrer Angehörigen vollbrachte er seine wunderbarste Tat.

Im Heim des Lazarus hatte Jesus oft Ruhe gefunden; denn er selbst besaß kein eigenes Zuhause. Er war auf die Gastfreundschaft seiner Freunde und Jünger angewiesen. Oft, wenn er müde war oder ihn nach menschlicher Gesellschaft verlangte, war er froh, in dieses friedevolle Haus entrinnen zu können, hinweg von dem Argwohn und der Mißgunst der Pharisäer. Hier wurde er aufrichtig willkommen geheißen, und er erfuhr reine, lautere Freundschaft. Hier konnte er unbefangen und in völliger Freiheit sprechen, und er wußte, daß seine Worte richtig verstanden und gewürdigt wurden.

Unser Heiland wußte ein stilles Heim und aufmerksame Zuhörer zu schätzen. Er sehnte sich nach menschlichem Mitgefühl, nach Höflichkeit und Zuneigung. Er war stets bereit, jenen, die himmlische Unterweisungen erhielten, große Segnungen zu erweisen. Als die Menge Christus aufs freie Feld folgte, zeigte er ihnen die Schönheiten der Natur. Wie die Hand Gottes die Welt erhält, dafür suchte er ihnen die Augen zu öffnen. Um in ihnen ein Gefühl der Wertschätzung für die Güte und das Wohlwollen Gottes hervorzurufen, lenkte er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf den sanft fallenden Tau, auf die linden Regenschauer und den hellen Sonnenschein, die den Guten und Bösen gleichermaßen zuteil werden. Er wünschte, daß sich die Menschen in stärkerem Maße der Anteilnahme bewußt werden, die Gott seinen Geschöpfen entgegenbringt. Doch die Menge hatte taube Ohren, und in dem Heim in Bethanien konnte Christus von dem beschwerlichen Kampf des öffentlichen Wirkens ausruhen. Hier öffnete er seinen aufnahmebereiten Zuhörern das ganze Ausmaß der Vorsehung Gottes. In diesen persönlichen Gesprächen breitete er vor ihnen aus, was er der so bunt zusammengewürfelten Menschenmenge nicht mitteilen wollte. Zu seinen Freunden brauchte er nicht in Gleichnissen zu reden.

Während Christus seine wunderbaren Belehrungen austeilte, saß Maria zu seinen Füßen, eine ehrfürchtige und demütige Zuhörerin. Einmal ging Martha, die mit der Sorge um die Vorbereitung des Mahles beschäftigt war, zu Jesus und sagte: „Herr, fragst du nicht danach, daß mich meine Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife!" Lukas 10:40. Dies geschah bei Jesu erstem Besuch in Bethanien. Der Heiland und seine Jünger hatten gerade eine beschwerliche Fußreise von Jericho hinter sich. Martha war bemüht, für deren Behaglichkeit zu sorgen, und in ihrer ängstlichen Besorgnis vergaß sie die ihrem Gast schuldige Höflichkeit. Jesus antwortete ihr mit freundlichen, geduldigen Worten: „Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not: Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden." Lukas 10:41,42. Maria bewahrte diese kostbaren Worte aus dem Munde des Heilandes in ihrem Herzen, Worte, die wertvoller waren als alle irdischen Schätze.

Das eine, dessen Martha bedurfte, war ein ruhiges, andächtiges Gemüt, ein tieferes Verlangen nach Erkenntnis hinsichtlich der zukünftigen Dinge, des ewigen Lebens und der für das geistliche Wachstum notwendigen geistlichen Gaben. Es war nötig, daß sie sich weniger um die vergänglichen Dinge sorgte als mehr um die Dinge, die ewig währen. Jesus wollte seine Kinder lehren, jede Gelegenheit wahrzunehmen, sich die Erkenntnis anzueignen, die sie zur Erlösung tauglich macht. Christi Werk braucht aufmerksame, energievolle Mitarbeiter. Es ist für alle Marthas mit ihrer rührigen Geschäftigkeit in religiösen Belangen ein weites Betätigungsfeld. Aber laßt sie erst mit Maria zu den Füßen Jesu sitzen! Laßt Fleiß, Bereitwilligkeit und Tatkraft durch die Gnade Christi geheiligt sein; dann wird solch Leben als eine unüberwindliche Kraft zum Guten wirken.

In das friedevolle Heim, in dem Jesus ausgeruht hatte, war Trauer eingezogen. Lazarus war plötzlich erkrankt, und seine Schwestern ließen dem Heiland sagen: „Herr, siehe, den du lieb hast, der liegt krank." Johannes 11:3. Sie sahen wohl die Heftigkeit der Krankheit, die ihren Bruder ergriffen hatte, doch sie wußten, daß Christus fähig war, alle Arten von Krankheiten zu heilen. Sie glaubten, er würde in ihrem Schmerz mit ihnen fühlen; deshalb erbaten sie nicht seine sofortige Anwesenheit, sondern sandten nur die Vertrauen bekundende Botschaft: „Den du lieb hast, der liegt krank." Sie nahmen an, daß er auf ihre Botschaft sofort antworten und, so schnell er Bethanien erreichen könnte, bei ihnen sein würde.

Angstvoll warteten sie auf einen Bescheid von Jesus. Sie beteten und warteten auf ihn, solange noch der Lebensfunke in ihrem Bruder lebendig war. Der Bote kehrte ohne den Heiland zurück; doch er brachte die Nachricht: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode" (Johannes 11:4), und die Schwestern klammerten sich an die hoffnungsvollen Worte, daß Lazarus leben werde. Zartfühlend versuchten sie dem Leidenden, der fast ohne Bewußtsein lag, Mut und Hoffnung zuzusprechen. Als Lazarus starb, waren sie bitter enttäuscht; doch sie fühlten die ihnen beistehende Gnade Christi, und dies hielt sie davon ab, dem Heiland irgendwie die Schuld zu geben.

Als Jesus die Nachricht hörte, dachten die Jünger, ihn berühre sie gar nicht; denn er äußerte keineswegs die Trauer, die sie von ihm erwartet hatten. Er schaute sie nur an und sagte: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, daß der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde." Johannes 11:4. Zwei Tage blieb er noch am gleichen Ort. Dieser Aufschub war seinen Jüngern unverständlich. Sie dachten daran, welcher Trost die Gegenwart des Heilandes der betrübten Familie in Bethanien sein könnte. Sie kannten seine große Zuneigung zu Lazarus und den Schwestern Maria und Martha sehr gut, und sie waren überrascht, daß er auf die traurige Nachricht — „Den du lieb hast, der liegt krank" — nicht antwortete.

Während dieser zwei Tage schien Christus die Nachricht ganz vergessen zu haben; denn er erwähnte Lazarus überhaupt nicht. Die Jünger mußten an Jesu Vorläufer, Johannes den Täufer, denken. Sie waren verwundert gewesen, warum Jesus, der die Macht besaß, erstaunliche Wunder zu wirken, es zugelassen hatte, daß Johannes im Gefängnis schmachtete und eines gewaltsamen Todes starb. Warum hatte er nicht Johannes' Leben gerettet, wenn er solche Macht besaß? Diese Frage war von den Pharisäern oft gestellt worden; sie sahen darin ein unwiderlegbares Argument gegen den Anspruch Jesu, Gottes Sohn zu sein. Der Heiland hatte seine Jünger warnend auf Schwierigkeiten, Nachteile und Verfolgung hingewiesen. Würde er sie in diesen Schwierigkeiten auch im Stich lassen? Manche fragten sich, ob sie seine Mission etwa mißverstanden hätten. Alle waren tief beunruhigt.

Nach zwei Tagen sagte Jesus zu den Jüngern: „Laßt uns wieder nach Judäa ziehen!" Johannes 11:7. Warum hat er zwei Tage gewartet? Das fragten sich die Jünger, da er jetzt doch nach Judäa ging. Aber die Sorge um ihren Meister und auch um ihr eigenes Schicksal beherrschte nun ihre Gedanken. Sie sahen auf dem Wege, den er einschlug, nichts als Gefahren. „Meister, vor kurzem erst wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin ziehen? Jesus antwortete: Sind nicht des Tages zwölf Stunden?" Johannes 11:8,9. Ich stehe unter dem Schutz meines Vaters im Himmel. Solange ich seinen Willen tue, ist mein Leben ungefährdet. Meine zwölf Tagesstunden sind noch nicht beendet; ich stehe im letzten Abschnitt meines Tages, und während dieser Zeit bin ich sicher.

"Wer des Tages wandelt", fuhr Jesus fort, „der stößt sich nicht; denn er sieht das Licht dieser Welt." Wer Gottes Willen tut, wer den Weg wandelt, den Gott vorgeschrieben hat, kann weder straucheln noch fallen. Das Licht des Heiligen Geistes vermittelt ihm eine klare Vorstellung seiner Aufgaben und leitet ihn sicher bis zur Vollendung seines Werkes. „Wer aber des Nachts wandelt, der stößt sich; denn es ist kein Licht in ihm." Johannes 11:9,10. Wer auf selbsterwähltem Wege wandert, wohin ihn Gott nicht berufen hat, der wird straucheln; für den verwandelt sich der Tag in Nacht! Wo er auch sein mag, er ist nirgends sicher.

"Solches sagte er, und danach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, daß ich ihn aufwecke." Johannes 11:11. Lazarus, unser Freund, schläft. Wie schlicht sind diese Worte! Wieviel natürliche Teilnahme bekunden sie! Die Jünger hatten angesichts der Angst, ihrem Meister könnte auf dem Weg nach Jerusalem etwas zustoßen, die trauernde Familie in Bethanien fast vergessen; Christus aber hatte an sie gedacht. Die Jünger fühlten sich zurechtgewiesen. Zuerst waren sie enttäuscht gewesen, daß Jesus auf die Nachricht der Schwestern nicht schneller reagiert hatte. Sie wollten schon annehmen, daß Jesus Lazarus und seine beiden Schwestern nicht so innig liebte, wie sie geglaubt hatten, sonst wäre er doch mit dem Boten zurückgeeilt. Doch die Worte „Lazarus, unser Freund, schläft" erweckten in ihnen das rechte Empfinden für sein Handeln, und sie waren überzeugt, daß Jesus seine leidenden Freunde nicht vergessen hatte.

"Da sprachen seine Jünger: Herr, schläft er, so wird's besser mit ihm. Jesus aber sprach von seinem Tode; sie meinten aber, er rede vom leiblichen Schlaf." Johannes 11:12,13. Christus stellt seinen Kindern den Tod als Schlaf dar; ihr Leben ist mit Christus verborgen in Gott, und bis zum Schall der letzten Posaune werden die Gestorbenen in ihm schlafen.

"Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben; und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dagewesen bin, auf daß ihr glaubet. Aber lasset uns zu ihm ziehen!" Johannes 11:14,15. Thomas sah seinen Herrn nur dem Tode entgegengehen, wenn er nach Judäa reiste; doch er nahm seinen ganzen Mut zusammen und sagte zu den anderen Jüngern: „Laßt uns mitziehen, daß wir mit ihm sterben." Johannes 11:16. Er kannte den Haß der Juden gegen Jesus. Sie wollten ihn töten; aber dieses Vorhaben war bislang erfolglos geblieben, da des Herrn Zeit noch nicht „erfüllt" war. Noch stand der Heiland unter dem Schutz himmlischer Wesen, und selbst in Judäa, wo die Rabbiner Pläne schmiedeten, wie sie ihn ergriffen und töteten, konnte ihm kein Leid widerfahren.

Über Jesu Worte „Lazarus ist gestorben; und ich bin froh ..., daß ich nicht dagewesen bin" waren die Jünger verwundert. Hatte Jesus denn absichtlich das Haus seiner Freunde in Bethanien gemieden? Maria, Martha und der sterbende Lazarus schienen einsam und verlassen zu sein; in Wirklichkeit waren sie jedoch nicht allein. Christus sah alles, was sich ereignete, und nach dem Tode des Lazarus stand den verwaisten Schwestern Jesu Gnade bei. Er hatte den Kummer ihrer zerrissenen Herzen gesehen, als ihr Bruder mit seinem starken Feind, dem Tod, rang. Er fühlte ihre Schmerzen, als er seinen Jüngern sagen mußte: „Lazarus ist gestorben." Doch er durfte nicht nur an seine Freunde in Bethanien denken; er mußte auch die Erziehung seiner Jünger berücksichtigen! Sie sollten seine Stellvertreter in der Welt sein, damit des Vaters Segen allen zuteil würde. Um ihretwillen ließ er zu, daß Lazarus starb. Hätte er es verhindert, wäre das Wunder, der stärkste Beweis seines göttlichen Wesens, nicht geschehen.

Wäre Christus in Bethanien, im Krankenzimmer des Lazarus gewesen, würde dieser nicht gestorben sein; denn Satan hätte keine Macht über ihn gehabt, und der Tod hätte seinen Pfeil in der Gegenwart des Lebensfürsten nicht auf ihn abschießen können. Deshalb blieb Jesus fern. Er ließ den Feind gewähren, um ihn zurückschlagen zu können, einen besiegten Gegner. Er ließ Lazarus unter die Herrschaft des Todes kommen, und die trauernden Schwestern sahen ihren Bruder ins Grab gelegt. Der Herr wußte, daß ihr Glaube an ihren Erlöser auf eine schwere Probe gestellt wurde, als sie in das tote Antlitz ihres Bruders blickten; er wußte aber auch, daß sie aus dieser Prüfung mit weit größerer Kraft hervorgehen würden. Er ließ sie diese Schmerzen ertragen. Er liebte sie nicht weniger, weil „er verzog", sondern er wußte, daß es für sie, für Lazarus, für ihn selbst und für seine Jünger einen Sieg zu erringen galt.

"Um euretwillen ... auf daß ihr glaubet." Jedem Gläubigen, den es nach göttlicher Führung verlangt, ist der Augenblick der größten Entmutigung die Zeit, da ihm Gottes Hilfe am nächsten ist; und er wird dankbar auf die dunkelste Strecke seines Lebensweges zurückschauen. „Der Herr weiß die Frommen aus der Versuchung zu erretten." 2.Petrus 2:9. Aus jeder Versuchung, aus jeder Schwierigkeit wird sie Gott mit einem festeren Glauben und mit reicherer Erfahrung hervorgehen lassen.

In dem Zögern Christi, zu Lazarus zu kommen, verbarg sich eine Tat des Erbarmens gegen jene, die ihn nicht angenommen hatten. Er zögerte, damit er durch die Auferweckung des Lazarus seinem halsstarrigen, ungläubigen Volk einen weiteren Beweis geben konnte, daß er wirklich die „Auferstehung und das Leben" war. Er wollte nicht alle Hoffnung für das Volk, für die armen, verirrten Schafe aus dem Hause Israel aufgeben. Sein Herz zerbrach ob ihrer Unbußfertigkeit. In seiner Barmherzigkeit wollte er ihnen deutlich vor Augen führen, daß er der Heiland war, der Einzige, der Leben und Unsterblichkeit geben konnte; er wollte ihnen einen Beweis geben, den die Priester nicht würden mißdeuten können. Dies war der Grund seines Zögerns, sofort nach Bethanien zu reisen. Dieses krönende Wunder, die Auferweckung des Lazarus, sollte das Siegel des Allerhöchsten auf sein Werk und seinen göttlichen Anspruch sein.

Auf der Reise nach Bethanien widmete sich der Heiland „nach seiner Gewohnheit" den Kranken und Notleidenden. Nach Erreichen der Stadt sandte er einen Boten zu den Schwestern, um ihnen seine Ankunft mitzuteilen. Christus betrat nicht sofort das Haus, sondern verweilte erst an einem stillen Plätzchen am Wege. Der große äußerliche Aufwand, der bei den Juden beim Tode von Freunden oder Verwandten üblich war, fand nicht den Beifall Christi. Er hörte die Klagegesänge der gemieteten Trauergäste und wollte die beiden Schwestern nicht bei diesem verwirrenden Durcheinander begrüßen. Unter den Trauergästen befanden sich Familienangehörige, von denen manche eine hohe, verantwortungsvolle Stellung in Jerusalem bekleideten. Einige von ihnen gehörten zu Jesu ärgsten Feinden; doch Christus kannte ihre Absichten, deshalb zeigte er sich ihnen auch nicht sofort.

Die Nachricht von Jesu Kommen wurde der Martha so unauffällig übermittelt, daß die anderen im Raume nichts davon erfuhren; selbst Maria, tief versunken in ihrem Kummer, merkte nichts davon. Martha stand sofort auf und ging hinaus, dem Herrn entgegen, während Maria — in der Annahme, ihre Schwester ginge zum Grab des Bruders — in ihrem Schmerz noch still sitzenblieb.

Martha eilte dem Herrn entgegen, und die widerstrebendsten Gefühle bewegten ihr Herz. In den ausdrucksvollen Zügen Jesu las sie die gleiche Zuneigung wie immer. Ihr Vertrauen in ihn war ungebrochen; dabei dachte sie an den geliebten Toten, den Jesus auch liebgehabt hatte. Schmerz erfüllte ihr Herz, weil der Heiland nicht früher gekommen war; dennoch war sie, als sie sagte: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben" (Johannes 11:21), voller Hoffnung, daß er selbst jetzt noch etwas tun würde, um ihnen zu helfen. Schon zuvor, inmitten des Klagelärms der Trauergäste, hatten die Schwestern diese Worte immer erneut wiederholt.

Mit göttlicher und menschlicher Teilnahme blickte Jesus in das betrübte, von Gram gezeichnete Angesicht Marthas. Sie wollte das Vergangene nicht noch einmal erzählen; alles Geschehen drückte sich in den ergreifenden Worten aus: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben." Und während sie in sein liebevolles Antlitz schaute, fügte sie hinzu: „Aber auch jetzt noch weiß ich, daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben." Johannes 11:22.

Jesus ermutigte ihren Glauben und sagte: „Dein Bruder wird auferstehen." Johannes 11:23. Er wollte durch seine Worte in Martha nicht die Hoffnung auf eine sofortige Veränderung erwecken, sondern ihre Gedanken über die gegenwärtige Auferweckung ihres Bruders hinaus auf die Auferstehung der Gerechten lenken. Dies geschah, damit sie in der Auferstehung des Lazarus ein Unterpfand sehen möchte für die Auferstehung aller gerechten Toten und eine Versicherung, daß sie durch die Macht des Heilandes erfüllt würde.

Martha antwortete: „Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am Jüngsten Tage."

Der Heiland versuchte ihren Glauben in die richtigen Bahnen zu lenken und sprach zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben." Johannes 11:24,25. In Christus ist ursprüngliches, echtes, eigenes Leben. „Wer den Sohn hat, der hat das Leben." 1.Johannes 5:12. Die Gottheit Christi bedeutet für den Gläubigen die Gewißheit des ewigen Lebens. „Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?" Johannes 11:25,26. Christus dachte hier an seine Wiederkunft, wenn die gerechten Toten „auferstehen unverweslich" (1.Korinther 15:42) und die lebenden Gerechten in den Himmel aufgenommen werden, ohne den Tod zu schmecken. Das Wunder, das Jesus jetzt vollziehen wollte, indem er Lazarus sich vom Tode erheben ließ, sollte die Auferstehung der Gerechten Toten versinnbilden. Durch seine Worte wie auch durch seine Werke kennzeichnete er sich selbst als Urheber der Auferstehung. Er, der selbst bald am Kreuz sterben sollte, stand da mit den Schlüsseln des Todes als Sieger über das Grab und behauptete sein Recht und seine Macht, das ewige Leben zu geben.

Die Frage Jesu: „Glaubst du das?" beantwortete Martha mit dem Bekenntnis: „Herr, ja; ich glaube, daß du bist der Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist." Johannes 11:27. Sie verstand die Worte Jesu nicht in ihrer umfassenden Bedeutung, aber sie bekannte ihren Glauben an seine Gottheit und ihre Zuversicht, daß er fähig wäre, alles auszuführen, was auch immer er wollte.

"Und da sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dich." Johannes 11:28. Sie übermittelte ihre Nachricht so leise wie möglich; denn die Priester und Obersten standen bereit, Jesus festzunehmen, wenn sich eine günstige Gelegenheit dazu böte. Die Wehschreie der Klagenden verhinderten, daß ihre Worte gehört wurden.

Als Maria die Botschaft vernahm, erhob sie sich hastig und eilte mit einem brennenden Leuchten auf ihrem Antlitz aus dem Raum. Die Trauernden, die glaubten, sie ginge zum Grabe, um zu weinen, folgten ihr. Als Maria den Ort erreichte, an dem Jesus wartete, fiel sie zu seinen Füßen nieder und sagte mit bebender Stimme: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben." Johannes 11:32. Das Wehklagen der Trauernden quälte sie jetzt, denn sie sehnte sich nach einigen beruhigenden Worten allein von Jesus. Da sie aber von dem Neid und der Eifersucht wußte, die einige gegen Jesus hegten, hielt sie sich zurück, ihren Kummer völlig preiszugeben.

"Als Jesus sie sah weinen und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmte er im Geist und ward betrübt in sich selbst." Johannes 11:33. Er las in den Herzen der Umstehenden, und er erkannte, daß bei manchen nur Schein war, was sich als echter Schmerz zu bekunden schien. Er wußte, daß einige der Begleiter, die hier Trauer heuchelten, binnen kurzem nicht nur ihm, dem mächtigen Wundertäter, nach dem Leben trachteten, sondern auch dem, der erst vom Tode auferstehen würde. Christus hätte ihnen die Maske ihrer gespielten Trauer abreißen können; doch er hielt seine gerechte Entrüstung zurück. Die Worte, die er wahrhaftig hätte sagen können, sagte er nicht, weil von denen, die er liebhatte, jemand schmerzerfüllt zu seinen Füßen kniete, der treu an ihn glaubte.

"Wo habt ihr ihn hingelegt?" fragte er. Da sagte man ihm: „Herr, komm und sieh es!" Johannes 11:34. Sie gingen gemeinsam zum Grabe. Es war ein trauriges Bild, das sich ihnen bot. Lazarus war sehr beliebt gewesen, und die Tränen der verwaisten Schwestern, die mit zuckendem Herzen um ihn weinten, vermischten sich mit den Tränen jener, die seine Freunde gewesen waren. Angesichts dieses menschlichen Elends und der Tatsache, daß die bekümmerten Freunde über den Verstorbenen klagen konnten, während der Welt Heiland unter ihnen stand, gingen Jesus „die Augen über". Obgleich er Gottes Sohn war, hatte er doch menschliche Natur angenommen, und er war erfüllt von menschlichem Weh. Sein empfindsames, barmherziges Herz erwacht stets zu echtem Mitgefühl. Er weint mit den Weinenden und freut sich mit den Fröhlichen.

Doch Jesus weinte nicht nur aus menschlichem Mitgefühl mit Maria und Martha. In seinen Tränen lag ein Schmerz, der soviel größer war als menschliche Betrübnis, soviel der Himmel höher ist als die Erde. Christus weinte nicht um Lazarus; denn er war ja im Begriff, ihn aus dem Grabe zu rufen. Er weinte, weil viele von denen, die jetzt um Lazarus trauerten, bald seinen Tod, der er die Auferstehung und das Leben war, planen würden. Aber wie unfähig zeigten sich die ungläubigen Juden, seine Tränen richtig zu deuten! Einige, die in den äußeren Umständen des Geschehens nicht mehr erblicken konnten als nur eine Ursache für seinen Kummer, sagten leise: „Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt!" Andere, die die Saat des Unglaubens in die Herzen der Versammelten zu streuen suchten, sprachen spöttisch: „Konnte, der dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht schaffen, daß auch dieser nicht stürbe?" Johannes 11:36,37. Wenn es in Jesu Macht lag, Lazarus zu retten, warum hatte er ihn dann sterben lassen?

Mit seherischem Auge erkannte der Heiland die Feindseligkeit der Pharisäer und Sadduzäer. Er wußte, daß sie über seinen Tod beratschlagten. Er wußte auch, daß einige von denen, die jetzt so mitfühlend schienen, bald selbst die Tür der Hoffnung und das Tor zur Stadt Gottes zuschlagen würden. Mit seiner Erniedrigung und Kreuzigung begann sich ein Geschehen abzuwickeln, das in der Zerstörung Jerusalems seinen Höhepunkt erreichen würde; zu jener Zeit aber wären keine Klagelieder für die Toten zu hören. Er beschrieb deutlich die Vergeltung, die Jerusalem treffen sollte. Er sah Jerusalem von römischen Legionen eingeschlossen, und er wußte, daß viele, die jetzt um Lazarus weinten, bei der Belagerung der Stadt getötet würden und in ihrem Sterben keinerlei Hoffnung hätten.

Jesus weinte nicht nur wegen der Vorgänge um ihn herum. Der Kummer aller Zeiten lag auf ihm. Er sah die schrecklichen Folgen der Übertretung des göttlichen Gesetzes. Er sah, daß im weltgeschichtlichen Geschehen, beginnend mit Abels Tod, der Kampf zwischen Gut und Böse ohne Unterbrechung gedauert hatte. In die Zukunft schauend, erblickte er Leid und Schmerz, Tränen und Tod, die das Schicksal der Menschheit sein werden. Sein Herz war verwundet von dem Leid der Menschen aller Länder und Zeiten. Die Wehrufe des sündigen Geschlechts lasteten schwer auf seiner Seele, und ihm „gingen die Augen über", als er sich danach sehnte, all ihrem Elend abzuhelfen.

"Da ergrimmte Jesus abermals in sich selbst und kam zum Grabe." Lazarus war in eine Felsenhöhle gelegt worden, und ein riesiger Stein verschloß den Eingang. „Hebt den Stein weg!" (Johannes 11:38,39) befahl Jesus. In der Annahme, daß er nur den Toten sehen wolle, erhob Martha Einwendungen und antwortete, daß der Leichnam seit vier Tagen begraben läge und die Verwesung bereits eingesetzt hätte. Diese Aussage, die vor der Auferstehung des Lazarus gemacht wurde, ließ Jesu Feinden keine Möglichkeit, zu sagen, daß ein Betrug verübt worden wäre. In der Vergangenheit hatten die Pharisäer falsche Behauptungen über die großartigsten Bekundungen göttlicher Macht verbreitet. Als Jesus die Tochter des Jairus auferweckte, hatte er gesagt: „Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft." Markus 5:39. Da es nur kurze Zeit krank gewesen war und unmittelbar nach seinem Tode wieder auferweckt wurde, hatten die Pharisäer erklärt, das Kind wäre überhaupt nicht tot gewesen; denn Jesus hätte selbst gesagt, es schliefe nur. Sie hatten den Anschein erwecken wollen, als ob Christus Krankheit nicht heilen könnte, als ob seine Wunder nur unehrliches Spiel wären. Doch in diesem Fall jetzt konnte niemand leugnen, daß Lazarus wirklich tot war.

Will der Herr ein Werk tun, beeinflußt Satan irgend jemanden, dagegen Einspruch zu erheben. Jesus sagte: „Hebt den Stein weg!" Bereitet soweit wie möglich meine Aufgabe vor! Aber Marthas bestimmte und ehrempfindliche Art kam jetzt zum Vorschein. Sie wollte den verwesenden Körper ihres Bruders nicht zur Schau gestellt sehen. Dem menschlichen Herzen sind Christi Worte nicht leicht verständlich, und Marthas Glaube hatte die wahre Bedeutung seiner Verheißung nicht begriffen.

Der Heiland tadelte Martha, dennoch sprach er ungewöhnlich gütig zu ihr: „Habe ich dir nicht gesagt: wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?" Johannes 11:40. Warum zweifelst du an meiner Macht? Warum willst du meinen Anforderungen widerstreben? Ich gab dir mein Wort, daß du die Herrlichkeit Gottes sehen solltest, so du glauben würdest! Natürliche Hindernisse können das Werk des Allmächtigen nicht aufhalten. Zweifel und Unglauben beweisen keine Demut. Blinder Glaube an Christi Worte entspricht wahrer Demut und echter Selbsthingabe.

"Hebt den Stein weg!" Christus hätte dem Stein gebieten können, daß er sich erhebe, und dieser würde dem Machtwort des Herrn gehorcht haben; er hätte dies auch den Engeln, die ihn umgaben, befehlen können. Auf sein Gebot hin würden unsichtbare Hände den Stein weggewälzt haben; doch sollten Menschenhände dieser Aufforderung nachkommen. Dadurch wollte Christus zeigen, daß die Menschen mit Gott zusammenwirken sollen. Was menschliche Kraft ausführen kann, dazu wird keine göttliche berufen. Gott will auf die Mitarbeit der Menschen nicht verzichten; er stärkt sie und arbeitet mit ihnen zusammen, wenn er sich der seinem Dienst gewidmeten Kräfte und Fähigkeiten bedient.

Der Befehl Jesu ist ausgeführt, der Stein weggerollt. Alles geschieht offen und mit Bedacht, so daß alle sehen können, daß kein Betrug im Spiele ist. Vor ihnen liegt kalt und stumm der Leichnam des Lazarus in seinem Felsengrab. Das Schluchzen der Leidtragenden ist verstummt. Erstaunt und erwartungsvoll umstehen sie das Grab und warten der Dinge, die da kommen sollen.

Ruhig steht der Heiland vor dem Grab. Ein heiliger Ernst liegt auf allen Anwesenden. Jesus tritt näher an die Grabstätte heran. Zum Himmel aufblickend, spricht er: „Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast." Johannes 11:41. Kurz vorher erst hatten Jesu Feinde ihn der Gotteslästerung angeklagt und Steine aufgenommen, „daß sie ihn steinigten", weil er beanspruchte, Gottes Sohn zu sein. Sie beschuldigten ihn, durch Satans Macht Wunder zu wirken. Doch hier nimmt Jesus erneut Gott als seinen Vater in Anspruch und in vollkommenem Vertrauen erklärt er, Gottes Sohn zu sein.

In allem, was er tat, wirkte Jesus mit seinem Vater zusammen. Stets war er darauf bedacht, deutlich zu machen, daß sein Wirken nicht unabhängig von Gott geschah, sondern daß er seine Wunder wirkte durch Glauben und Gebet. Er wünschte, daß alle seine Verbindung mit seinem Vater kennen sollten. „Vater", sprach er, „ich danke dir, daß du mich erhört hast. Ich wußte wohl, daß du mich allezeit hörst; aber um des Volks willen, das umhersteht, habe ich geredet, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast." Johannes 11:41,42. Mit diesen Worten wurde den Jüngern und dem Volk der überzeugendste Beweis der engen Verbindung zwischen Christus und Gott gegeben. Ihnen wurde gezeigt, daß Christi Anspruch kein Betrug war.

"Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!" Johannes 11:43. Seine klare, durchdringende Stimme klingt an das Ohr des Toten. Während er spricht, bricht das Göttliche durch seine menschliche Natur hindurch. In seinem Antlitz, das von der Herrlichkeit Gottes erleuchtet ist, liest das Volk die Gewißheit seiner Macht. Jedes Auge ist fest auf den Eingang der Höhle gerichtet, jedes Ohr gespannt, das leiseste Geräusch zu erhaschen. Mit tiefer, schmerzlicher Anteilnahme warten alle auf das Zeugnis der Göttlichkeit Christi, auf den Beweis, der seinen Anspruch, Gottes Sohn zu sein, bekräftigt oder die Hoffnung seiner Anhänger für immer zunichte macht.

Es regt sich in dem stillen Grab, und Lazarus, der tot war, steht im Eingang der Felsengruft. Seine Bewegungen sind behindert durch die Sterbekleidung, in der er zur Ruhe gelegt wurde, und Christus sagt zu den in Erstaunen versetzten Anwesenden: „Löset die Binden und lasset ihn gehen!" Johannes 11:44. Wieder wurde ihnen vor Augen geführt, daß der Menschensohn mit Gott zusammenarbeitet, um als Mensch für den Menschen zu wirken. Lazarus ist frei und steht vor den Versammelten, nicht als einer, der von Krankheit ausgezehrt ist, mit schwachen, wankenden Gliedern, sondern als ein Mann in den besten Jahren und in der vollen Kraft seiner stattlichen Männlichkeit. Aus seinen Augen blicken Klugheit und Liebe für den Heiland. Anbetend wirft er sich ihm zu Füßen.

Zuerst sind die am Grabe Weilenden sprachlos vor Verwunderung. Dann folgt ein unbeschreibliches Jubeln und Danken. Die Schwestern erhalten ihren Bruder als eine Gabe von Gott zurück, und unter Freudentränen stammeln sie dem Heiland ihren Dank. Doch während die Geschwister und die Freunde sich freuen, wieder vereint zu sein, verläßt der Heiland den Schauplatz. Als sie sich nach ihm, dem Lebensquell, umschauen, ist er nirgends zu finden.


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